Repräsentativitätsheuristik
Definition
Die Repräsentativitätsheuristik beschreibt die Tendenz, Urteile darüber zu fällen, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist, indem man es mit einem bekannten Prototyp vergleicht — ohne die tatsächlichen Basisraten zu berücksichtigen.
Definition
Die Repräsentativitätsheuristik ist eine kognitive Abkürzung (Heuristik), die Kahneman und Tversky in den 1970er-Jahren beschrieben. Menschen urteilen, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist, indem sie fragen: 'Wie typisch ist das für diese Kategorie?' — und vernachlässigen dabei Basiswahrscheinlichkeiten.
Anwendung an den Finanzmärkten
Anleger sehen ein Unternehmen mit starkem Wachstum, innovativem Produkt und charismatischem CEO und schließen auf eine 'gute Aktie' — weil es dem Prototyp eines erfolgreichen Unternehmens ähnelt. Dabei ignorieren sie die Basisrate: Die meisten Wachstumsunternehmen enttäuschen langfristig ihre Kurserwartungen.
Verbindung zum Herdenverhalten
Die Heuristik verstärkt Blasen: Tesla, Nvidia oder Bitcoin gelten als Prototypen der Zukunftstechnologie. Die Ähnlichkeit mit früheren Erfolgsgeschichten lässt Bewertungsfragen in den Hintergrund treten.
Hot-Hand-Fallacy
Eine verwandte Verzerrung: Fondsmanager mit drei erfolgreichen Jahren werden als 'gute Manager' klassifiziert, obwohl Studien zeigen, dass vergangene Outperformance künftige kaum vorhersagt. Der Erfolg wird als repräsentativ für Können gewertet, obwohl er auch Glück reflektiert.
Verwandte Begriffe
- Availability Bias
- Recency Bias
- Confirmation Bias
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.