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Realzins und Nominalzins

Definition

Der Realzins ist der inflationsbereinigte Zinssatz; der Nominalzins ist der nominale, nicht um Inflation bereinigte Zinssatz. Der Realzins bestimmt die tatsächliche Kaufkraft des Zinsertrags.

Was sind Nominal- und Realzins?

Nominalzins: Der in Prozent ausgedrückte Zinssatz, den ein Anleger von einer Anleihe oder einem Sparkonto erhält — ohne Berücksichtigung der Inflation.

Realzins: Der inflationsbereinigte Zinssatz, der die tatsächliche Kaufkraftveränderung des investierten Kapitals angibt.

Approximative Formel (Fisher-Gleichung): Realzins ≈ Nominalzins − Inflationsrate

Exakte Fisher-Gleichung: (1 + Realzins) = (1 + Nominalzins) / (1 + Inflationsrate)

Beispiele

  • Sparbuch mit 2 % Zins, Inflation 3 %: Realzins = −1 % → Kaufkraftverlust
  • Anleihe mit 5 % Zins, Inflation 2 %: Realzins = +3 % → realer Gewinn

In der Niedrigzinsphase 2014–2021 waren Realzinsen oft negativ — Sparer verloren real Kaufkraft.

Bedeutung für Märkte

Negative Realzinsen (Nominalzins < Inflation) treiben Anleger in risikobehaftete Assets (Aktien, Immobilien, Gold), da Cash und Anleihen real an Wert verlieren. Der Anstieg der Realzinsen 2022/23 (von −4 % auf +2 % real) war ein wesentlicher Treiber der Marktkorrektur.

Breakeven-Inflation

Die Breakeven-Inflation wird aus Staatsanleihenmärkten abgeleitet: Differenz zwischen nominaler Rendite und Rendite von Inflationsanleihen (TIPS, Linker). Sie zeigt die Markterwartung für die durchschnittliche zukünftige Inflation.

Verwandte Begriffe

Siehe auch: Inflation, Leitzins, Inflationsanleihe, Kaufkraft


Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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