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Inflation: Wenn Geld an Kaufkraft verliert

Definition

Inflation bezeichnet den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus über Zeit — gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI). Sie vermindert die Kaufkraft des Geldes, beeinflusst Zinsniveau und Aktienmarkt und ist das zentrale Steuerungsziel der Notenbanken.

Was ist Inflation?

Inflation bezeichnet den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus einer Volkswirtschaft. Wer heute 100 Euro ausgibt, bekommt morgen dafür weniger Waren oder Dienstleistungen — die Kaufkraft des Geldes sinkt.

Ursachen der Inflation

Ökonomen unterscheiden drei klassische Inflationstypen:

TypUrsacheBeispiel
NachfrageinflationZu hohe GesamtnachfrageVollbeschäftigung, starkes Kreditwachstum
AngebotsinflationSteigende ProduktionskostenEnergiepreisschock, Lieferkettenengpässe
GeldmengeninflationZu viel Geld im UmlaufQuantitative Easing, Gelddrucken

Die Inflationswelle 2021–2023 war eine Kombination aus allen drei: Corona-Nachholnachfrage, Lieferkettenchaos und vorangegangene Geldmengenexpansion.

Messung: VPI, Kernrate und HVPI

Die gebräuchlichsten Inflationsmaße:

  • VPI (Verbraucherpreisindex): Misst Preisveränderungen eines repräsentativen Warenkorbs für Privathaushalte. Deutschlands Statistikamt Destatis veröffentlicht ihn monatlich.
  • HVPI (Harmonisierter VPI): EU-weit einheitliche Messgröße — Basis für EZB-Entscheidungen.
  • Kernrate (Core Inflation): VPI ohne volatile Energie- und Lebensmittelpreise — zeigt den zugrundeliegenden Inflationstrend klarer.

Inflation und Geldanlage: Was schützt, was schadet?

AssetInflation hochInflation niedrig
AnleihenVerlieren real an WertProfitieren von sinkenden Zinsen
AktienUnternehmen können Preise erhöhen — mittel gutGut bei stabiler Lage
GoldKlassischer InflationsschutzWeniger attraktiv
ImmobilienSachwert, Mietpreise steigen mitAbhängig von Zinsen
InflationsanleihenDirekt indexiert — schützen nominalNiedrigere Rendite in ruhigen Zeiten

Die Inflationswelle 2021–2023

In Deutschland stieg die Inflation 2022 auf über 8 % — den höchsten Stand seit den 1970er Jahren. Treiber waren Energiepreise nach dem Ukraine-Krieg, Lieferkettenprobleme und aufgestaute Nachfrage nach der Pandemie. Die EZB erhöhte die Zinsen von 0 % auf 4,5 %. Bis Anfang 2024 normalisierte sich die Inflation auf etwa 2–3 %.

Hyperinflation: Das Extremszenario

Von Hyperinflation spricht man bei monatlichen Preissteigerungen über 50 %. Das bekannteste deutsche Beispiel: die Weimarer Republik 1923, als eine Briefmarke Millionen Mark kostete. Heute gelten Zimbabwe (2008) und Venezuela (ab 2016) als Paradebeispiele.


Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen sollten stets auf Basis eigener Recherche und ggf. professioneller Beratung getroffen werden. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.

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