Deflation
Definition
Deflation bezeichnet einen anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus und ist für Zentralbanken oft gefährlicher als Inflation — wegen drohender Deflationsspirale.
Was ist Deflation?
Deflation bezeichnet einen anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus (negative Inflationsrate). Obwohl fallende Preise zunächst positiv klingen, ist Deflation makroökonomisch besonders gefährlich: Sie kann zu einer selbstverstärkenden Deflationsspirale führen, die Wirtschaftswachstum und Beschäftigung massiv belastet.
Deflationsspirale
Die Deflationsspirale: Fallende Preise → Konsumenten verzögern Käufe (Güter werden morgen billiger) → Nachfragerückgang → Unternehmensgewinne sinken → Entlassungen → Einkommensverluste → Noch weniger Nachfrage → Noch mehr Deflation.
Japan erlebte diese Spirale in den 1990er und 2000er Jahren (die „Verlorenen Jahrzehnte") trotz Leitzinsen nahe Null und massiver Staatsausgaben.
Deflation vs. Disinflation
Disinflation: Rückgang der Inflationsrate (z. B. von 8 % auf 3 %) — Preise steigen noch, aber langsamer. Positiv für Anleihen.
Deflation: Negative Inflationsrate (Preise fallen absolut). Sehr selten in modernen Volkswirtschaften.
Zentralbank-Reaktion
Deflation ist für Zentralbanken schwer zu bekämpfen, da Nominalzinsen nicht unter 0 % sinken können (Zero Lower Bound — ZLB). EZB und BoJ experimentierten mit Negativzinsen (−0,5 %); die Fed setzte auf QE (Quantitative Easing), um Deflationsrisiken 2009 zu bekämpfen.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Inflation, Stagflation, Quantitative Easing, Leitzins
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.