Commercial Paper — Kurzfristige Unternehmensanleihen
Definition
Commercial Paper sind unbesicherte Kurzläufer-Wertpapiere, mit denen Großunternehmen ihre kurzfristige Liquidität direkt am Geldmarkt beschaffen — Laufzeiten von 1 bis 364 Tagen, nur für Emittenten mit hohem Rating geeignet.
Commercial Paper — Kurzfristige Unternehmensanleihen
Definition
Commercial Paper (CP) sind unbesicherte Schuldverschreibungen mit Laufzeiten von 1 bis 364 Tagen, die direkt von bonitätsstarken Unternehmen am Geldmarkt platziert werden. Sie sind das kurzfristige Gegenstück zur langfristigen Unternehmensanleihe.
Funktionsweise
CPs werden typisch unter pari (mit Abschlag) begeben und zum Nennwert zurückgezahlt:
Preis = Nennwert / (1 + Zinssatz × Laufzeit/360)
Beispiel: Nennwert 1 Mio. €, Laufzeit 90 Tage, Satz 3,8 %
Preis = 1.000.000 / (1 + 0,038 × 90/360) = 990.652 €
Rendite für Investor: 9.348 € auf 990.652 € = 3,80 %
Märkte und Emittenten
| Markt | Volumen ausstehend | Wichtige Emittenten |
|---|---|---|
| US-CP-Markt | ~1,1 Billionen USD | Apple, Toyota, Goldman Sachs |
| ECP (Euro Commercial Paper) | ~500 Mrd. USD | Siemens, LVMH, Volkswagen |
| ABCP (Asset-Backed CP) | ~300 Mrd. USD | Banken-SPVs |
Ratinganforderungen
Commercial Paper erfordern mindestens A-1/P-1 (kurzfristige Ratingkategorie von S&P/Moody's). Ohne dieses Rating sind CPs kaum platzierbar — Geldmarktfonds dürfen laut Regulierung nur hochwertige CPs halten.
Lehman und CP-Markt 2008
Nach dem Lehman-Kollaps froren Geldmarktfonds ein, die Lehman-CPs hielten. Der Reserve Primary Fund "broke the buck" (fiel unter 1 USD je Anteil). Daraufhin kollabierte der ABCP-Markt — ein Brandbeschleuniger der Finanzkrise.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.