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Anleihen-Liquidität — Handelbarkeit am Rentenmarkt

Definition

Die Liquidität einer Anleihe beschreibt, wie leicht sie am Markt gehandelt werden kann — Staatsanleihen großer Emittenten sind hochliquide, während Unternehmens- und Emerging-Market-Anleihen deutlich illiquider sein können.

Anleihen-Liquidität — Handelbarkeit am Rentenmarkt

Was bestimmt Anleihen-Liquidität?

FaktorHöhere LiquiditätGeringere Liquidität
EmittentBundesanleihe, US-TreasuryKleine Unternehmen, EM-Länder
Volumen>1 Mrd. € ausstehend<100 Mio. €
Alter"On-the-run" (neu emittiert)"Off-the-run" (alt)
RatingAAA–ACCC und darunter
HandelssystemElektronisch (MTS, Bloomberg)OTC bilateral

Bid-Ask-Spread als Liquiditätsmaß

Der Spread zwischen Geld- (Bid) und Briefkurs (Ask) ist das wichtigste Liquiditätsmaß:

AnleihetypTypischer Bid-Ask Spread
10-j. Bundesanleihe0,5–1 bp (0,005–0,01 %)
Investment-Grade Unternehmensanleihe10–50 bp
High-Yield Anleihe50–200 bp
Emerging-Market Anleihe30–150 bp
Distressed Bond200–500 bp

Liquiditätsprämie

Anleger verlangen für illiquidere Anleihen eine Liquiditätsprämie — ein Renditeaufschlag, der das Risiko kompensiert, die Anleihe nicht schnell verkaufen zu können.

Beispiel: Zwei BBB-Unternehmensanleihen mit gleicher Kreditqualität:

  • Anleihe A: 2 Mrd. € Volumen, elektronisch gehandelt → Rendite 5,00 %
  • Anleihe B: 150 Mio. € Volumen, nur bilateral → Rendite 5,35 %

Die 35-bp-Liquiditätsprämie auf Anleihe B ist die Entschädigung für das Liquiditätsrisiko.

Liquiditätsrisiko in Stressphasen

In Krisenzeiten (März 2020, Finanzkrise 2008) kann Anleihen-Liquidität rapide austrocknen. Selbst Investment-Grade-Bonds konnten nicht mehr gehandelt werden. EZB/Fed-Kaufprogramme (PEPP, QE) dienten explizit zur Wiederherstellung der Marktliquidität.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.

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