Anleihenhandel OTC — Over-the-Counter-Markt
Definition
Der Großteil des Anleihenhandels findet OTC (Over the Counter) statt — bilateral zwischen Banken und Kunden, nicht an einer zentralen Börse. Dies macht den Anleihenmarkt weniger transparent als Aktienmärkte.
Anleihenhandel OTC — Over-the-Counter-Markt
OTC vs. Börsenhandel
Während Aktien hauptsächlich an Börsen (XETRA, NYSE) gehandelt werden, läuft der Anleihenmarkt überwiegend OTC: Käufer und Verkäufer einigen sich direkt (meist über Telefon oder elektronische Plattformen), ohne zentrales Orderbuch.
| Merkmal | Börsenhandel | OTC-Handel |
|---|---|---|
| Transparenz | Hoch (Orderbuch öffentlich) | Niedrig (bilateral) |
| Volumen Anleihen | ~5 % | ~95 % |
| Teilnehmer | Alle | Primär institutionell |
| Regulierung | MiFID II Börsenpflichten | MiFID II OTC-Regeln |
Handelssysteme
Elektronische Plattformen (Electronic Trading):
- Bloomberg Fixed Income: Institutioneller Dealer-Markt
- Tradeweb: Multi-Dealer-Plattform, auch für Fonds
- MTS (EuroMTS): Europäischer Government Bond Markt
- MarketAxess: Fokus US-Unternehmensanleihen
OTC-Handel für Privatanleger
Privatanleger kaufen Anleihen häufig:
- Über die Depotbank im Direkthandel (Telefon oder Online-Banking)
- Über Börsen Stuttgart/Frankfurt (geringere Liquidität, engere Teilnehmerkreis)
- Über Xetra (nur für liquideste Anleihen)
Dabei zahlen Privatanleger oft einen Aufschlag auf den institutionellen OTC-Preis.
MiFID II Transparenzpflichten
Seit MiFID II (2018) müssen Banken OTC-Anleihenhandel nachträglich auf regulierten Plattformen melden (Post-Trade Transparency). Pre-Trade-Transparenz (Orderbuch) ist für viele Anleihen weiterhin ausgenommen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.