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Zerobond (Nullkuponanleihe): Rendite durch Kursgewinn

Definition

Ein Zerobond (Nullkuponanleihe) zahlt keine laufenden Zinsen (Kupons), sondern wird mit einem deutlichen Abschlag (Disagio) auf den Nennwert emittiert und zum Nennwert zurückgezahlt — die Rendite entsteht ausschließlich durch den Kursgewinn.

Was ist ein Zerobond?

Ein Zerobond (auch: Nullkuponanleihe oder Zero-Coupon-Bond) ist eine spezielle Anleiheform, die keine laufenden Zinszahlungen (Kupons) leistet. Stattdessen wird die Anleihe mit einem erheblichen Abschlag (Disagio) auf ihren Nennwert ausgegeben und am Ende der Laufzeit zum vollen Nennwert zurückgezahlt.

Die gesamte Rendite entsteht also ausschließlich durch die Differenz zwischen dem günstigeren Kaufpreis und dem höheren Rückzahlungsbetrag — nicht durch periodische Zinszahlungen.

Wie wird die Rendite berechnet?

Die effektive Jahresrendite eines Zerobonds ergibt sich aus der Formel für den Barwert:

Kaufpreis = Nennwert / (1 + r)^n

Umgestellt nach der Rendite r:

r = (Nennwert / Kaufpreis)^(1/n) - 1

Praxisbeispiel:

  • Nennwert: 1.000 Euro
  • Kaufpreis: 620 Euro
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Rendite: (1.000 / 620)^(1/10) - 1 ≈ 4,9 % p. a.

Zerobonds und Duration: Maximale Zinssensitivität

Zerobonds haben eine besondere Eigenschaft: Ihre Duration entspricht exakt ihrer Laufzeit. Bei einer regulären Anleihe mit Kupons ist die Duration kürzer als die Laufzeit, weil laufende Zahlungen den durchschnittlichen Cashflow-Zeitpunkt vorziehen.

Das macht Zerobonds zur zinssensitivsten Anleiheform überhaupt:

  • Ein 10-jähriger Zerobond verliert bei einem Zinsanstieg von 1 % rund 10 % an Wert
  • Spiegelbildlich profitieren Zerobonds überproportional von sinkenden Zinsen

Für Anleger, die auf fallende Zinsen setzen, sind Zerobonds damit ein effektives Instrument.

Typische Emittenten und Einsatzbereiche

Staatliche Emittenten: Die bekanntesten Zerobonds sind US-amerikanische Treasury STRIPS — bei denen Kupon und Nennwert einer normalen Staatsanleihe rechnerisch getrennt und einzeln gehandelt werden.

Unternehmen: Manche Unternehmen emittieren Zerobonds, um Liquidität zu schonen — da keine laufenden Zinszahlungen anfallen.

Strukturierte Produkte: In der Strukturierung von Kapitalschutzprodukten spielen Zerobonds eine zentrale Rolle: Ein Teil des eingesetzten Kapitals wird in einen Zerobond investiert (sichert den Kapitalerhalt), der Rest in ein Derivat (erzeugt die Renditechance).

Steuerliche Besonderheiten in Deutschland

In Deutschland ist die steuerliche Behandlung von Zerobonds komplex:

  • Die Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlungsbetrag gilt als Kapitalertrag und unterliegt der Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Soli)
  • Bei Veräußerung vor Fälligkeit ist der realisierte Kursgewinn steuerpflichtig
  • Besonderheit: Bei Zerobonds mit sehr langer Laufzeit entsteht eine Stundungswirkung — die Steuer fällt erst bei Fälligkeit oder Verkauf an, nicht jährlich (anders als bei Kuponanleihen)

Gerade für die Altersvorsorge kann dies ein Vorteil sein, wenn der Steuersatz im Rentenalter niedriger ist.

Zerobond vs. reguläre Anleihe: Wann welche Wahl?

KriteriumZerobondKuponanleihe
Laufende ErträgeKeineJa (Kupon)
ZinssensitivitätSehr hochModerat
ReinvestitionsrisikoKeinesBesteht
Steuerliche StundungMöglichNein
EignungRenditeoptimierer, ZinsbeobachterEinkommensorientierte Anleger

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (§ 34 WpHG) dar. Investitionen in Anleihen, insbesondere in langfristige Zerobonds, sind mit erheblichen Zinsänderungsrisiken verbunden.

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