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Yield to Maturity (YTM) — Rendite bis Fälligkeit

Definition

Die Yield to Maturity (YTM) ist die interne Verzinsung einer Anleihe unter der Annahme, dass sie bis zum Laufzeitende gehalten wird und alle Kuponzahlungen zum gleichen Satz reinvestiert werden — sie ist die wichtigste Renditemaßzahl für Anleihen.

Was ist die Yield to Maturity?

Die Yield to Maturity (YTM, deutsch: Rendite bis Endfälligkeit oder Gesamtrendite) ist die wichtigste Kenngröße zur Bewertung einer Anleihe. Sie gibt die jährliche Rendite an, die ein Anleger erzielt, wenn er:

  1. Die Anleihe heute kauft (zum aktuellen Marktpreis)
  2. Die Anleihe bis zur Fälligkeit hält
  3. Alle Kuponzahlungen zum gleichen YTM-Satz reinvestiert

Die YTM ist der interne Zinsfuß (IRR) aller zukünftigen Zahlungsströme der Anleihe.

Die YTM-Formel

Mathematisch ist die YTM der Zinssatz y, der folgende Gleichung erfüllt:

Marktpreis = Σ(t=1 bis n) [ Kupon / (1+y)^t ] + Nennwert / (1+y)^n

Da diese Gleichung nicht analytisch lösbar ist, wird die YTM iterativ (numerisch) berechnet — etwa mit dem Newton-Verfahren oder einer Finanzfunktion (Excel: =RENDITE() oder =YIELD()).

Beispielrechnung

Eingangsdaten:

  • Nennwert: 1.000 Euro
  • Kupon: 3 % jährlich = 30 Euro
  • Restlaufzeit: 5 Jahre
  • Aktueller Marktpreis: 950 Euro (Anleihe notiert unter pari)

Intuition: Da die Anleihe unter pari notiert, muss die YTM höher sein als der Kupon von 3 %. Der Anleger erhält nicht nur den Kupon, sondern auch einen Kursgewinn von 50 Euro bis zur Rückzahlung.

Ergebnis (vereinfacht): YTM ≈ 4,1 %

Dies setzt sich zusammen aus: ~3 % Kuponrendite + ~1,1 % Kursanstieg (aufgeholt über 5 Jahre).

YTM vs. laufende Rendite (Current Yield)

KennzahlFormelBerücksichtigt
Current YieldKupon / MarktpreisNur laufende Zinsen
YTMNumerische Lösung der PreisformelKupons + Kursgewinne/-verluste + Zeitwert des Geldes

Die laufende Rendite ist schnell berechenbar, aber unvollständig. Die YTM ist der Standard für Vergleiche zwischen Anleihen.

Limitierungen der YTM

Die YTM beruht auf zwei Annahmen, die in der Praxis selten zutreffen:

  1. Haltedauer bis Fälligkeit: Wird die Anleihe früher verkauft, weicht die tatsächliche Rendite ab
  2. Reinvestitionsannahme: Kuponzahlungen müssen zum gleichen YTM-Satz reinvestiert werden — in der Realität ist das nicht garantiert (Reinvestitionsrisiko)

Für callable Bonds nutzt man stattdessen die Yield to Call (YTC) — die Rendite bis zum frühestmöglichen Rückruftermin.

YTM und Marktbewegungen

Eine zentrale Beziehung am Anleihenmarkt:

  • YTM steigt → Anleihepreis fällt
  • YTM fällt → Anleihepreis steigt

Dieses inverse Verhältnis ist das Fundament der Anleihenbewertung. Die Stärke dieser Reaktion hängt von der Duration ab — längere Laufzeiten reagieren empfindlicher auf YTM-Änderungen.

Praxisrelevanz

Fonds, Banken und institutionelle Anleger nutzen die YTM als Standardmaß für:

  • Vergleich verschiedener Anleihen (unterschiedliche Kupons, Preise, Laufzeiten)
  • Kalkulation von Spread-Aufschlägen über der risikolosen Bundesanleihe
  • Portfolio-Steuerung (gewichtete durchschnittliche YTM des Portfolios)

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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