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Verwässerungsschutz (Anti-Dilution)

Definition

Verwässerungsschutz (Anti-Dilution) bezeichnet Vertragsklauseln oder Bezugsrechte, die Aktionäre vor einer Verschlechterung ihrer prozentualen Beteiligung durch Ausgabe neuer Aktien schützen. Besonders relevant bei Startup-Finanzierungen und Wandelanleihen.

Was ist Verwässerungsschutz?

Verwässerungsschutz (englisch: Anti-Dilution Protection) ist eine Schutzklausel oder ein Mechanismus, der Aktionäre vor einer ungewollten Reduzierung ihrer prozentualen Beteiligung schützt, wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt.

Verwässerung verstehen

Wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, erhöht sich die Gesamtanzahl der Aktien. Wer nicht proportional neue Aktien erwirbt, wird "verwässert" — sein Anteil sinkt.

Beispiel:

  • Investor hält 10 Aktien von 100 = 10 %
  • Unternehmen gibt 100 neue Aktien aus → Total 200
  • Investor hält weiterhin 10 Aktien = jetzt nur noch 5 %

Bezugsrecht als klassischer Verwässerungsschutz

In Deutschland und Europa ist das Bezugsrecht (§ 186 AktG) der gesetzlich vorgesehene Verwässerungsschutz: Bestehende Aktionäre haben das Recht, proportional neue Aktien zu zeichnen.

Verwässerungsschutz bei Venture Capital (Anti-Dilution Clauses)

Bei Startup-Finanzierungen vereinbaren VCs oft Anti-Dilution-Klauseln:

Full Ratchet: Bei Down-Round (neue Finanzierung zu niedrigerem Preis) wird der Ausgabepreis der alten Vorzugsaktien auf den neuen Preis angepasst — vollständiger Schutz, aber sehr investorenfreundlich.

Broad-Based Weighted Average: Der neue Ausgabepreis wird gewichtet durchschnittlich angepasst — ausgewogeneres Modell.

Wandelanleihen und Verwässerungsschutz

Bei Wandelanleihen enthält der Wandlungspreis oft eine Anti-Dilution-Klausel: Bei Aktiensplit oder Kapitalerhöhung wird der Wandlungspreis entsprechend angepasst.

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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