Stammaktie
Definition
Die Stammaktie ist die häufigste und grundlegende Aktiengattung, die dem Inhaber ein volles Stimmrecht in der Hauptversammlung sowie eine anteilige Gewinnbeteiligung durch Dividenden gewährt.
Was ist eine Stammaktie?
Die Stammaktie (englisch: common share oder ordinary share) ist die am weitesten verbreitete Form der Aktie und bildet das Rückgrat der Unternehmensfinanzierung an Kapitalmärkten. Sie verbrieft dem Inhaber eine Mitgliedschaft in einer Aktiengesellschaft (AG) mit den daraus resultierenden Rechten und Pflichten.
Rechte des Stammaktionärs
Stammaktionäre genießen drei wesentliche Kernrechte:
1. Stimmrecht: Auf der jährlichen Hauptversammlung hat jeder Stammaktionär das Recht, proportional zur Anzahl seiner Aktien über zentrale Unternehmensentscheidungen abzustimmen. Dazu gehören die Wahl des Aufsichtsrats, die Entlastung des Vorstands, Dividendenbeschlüsse und Satzungsänderungen. Das Prinzip lautet: eine Aktie = eine Stimme.
2. Dividendenanspruch: Beschließt die Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung, partizipieren Stammaktionäre anteilig. Die Dividende ist jedoch nicht garantiert – bei Verlusten oder Thesaurierungsbeschluss des Vorstands kann sie ausfallen.
3. Bezugsrecht: Bei Kapitalerhöhungen haben bestehende Stammaktionäre das Recht, neue Aktien vorrangig zu zeichnen, um ihre prozentuale Beteiligung (Quote) zu erhalten.
Stammaktie vs. Vorzugsaktie
| Merkmal | Stammaktie | Vorzugsaktie |
|---|---|---|
| Stimmrecht | Ja (1 Stimme/Aktie) | Nein (Regel) |
| Dividende | Variabel, nachrangig | Fest oder bevorzugt |
| Kurs | Meist höher | Oft Abschlag |
| Liquidationsprivileg | Nein | Teilweise ja |
Praxisbeispiel: SAP SE
Die SAP SE (WKN: 716460, ISIN: DE0007164600) emittiert ausschließlich Stammaktien. Wer SAP-Aktien hält, stimmt auf der Hauptversammlung über die Vorstandsvergütung ab und erhält eine Dividende – zuletzt lag die Ausschüttungsquote bei rund 35 % des bereinigten Nachsteuergewinns. Dies illustriert, wie das Stimmrecht institutionelle Investoren anzieht, die aktiv auf die Unternehmensführung einwirken wollen.
Marktkapitalisierung und Indexgewichtung
Die Marktkapitalisierung einer Stammaktie errechnet sich wie folgt:
Marktkapitalisierung = Aktienkurs × Anzahl der ausstehenden Stammaktien
Diese Kennzahl ist entscheidend für die Aufnahme in Indizes wie den DAX 40. Bei der DAX-Gewichtung wird der sogenannte Free Float (Streubesitz) der Stammaktien zugrunde gelegt – nicht der Gesamtbestand.
Fazit
Die Stammaktie ist das klassische Instrument für Anleger, die nicht nur am Unternehmenswachstum partizipieren, sondern auch aktiv mitbestimmen wollen. Wer Einfluss auf die Unternehmensführung sucht – sei es als Großaktionär oder institutioneller Investor – kommt an der Stammaktie nicht vorbei.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.