Slippage – Verborgene Kosten beim Handel
Definition
Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Ausführungspreis einer Order und dem tatsächlich erzielten Preis. Slippage entsteht durch Marktbewegungen, Liquiditätsmangel oder große Ordervolumina.
Was ist Slippage?
Slippage ist eine der wichtigsten, aber häufig übersehenen Kosten im aktiven Handel. Wer eine Market Order platziert und erwartet, zum aktuellen Kurs von 100 Euro ausgeführt zu werden, kann am Ende 100,15 Euro bezahlen – die Differenz von 0,15 Euro ist Slippage.
Ursachen von Slippage
- Marktbewegung: Bei schnell bewegenden Märkten verändert sich der Kurs zwischen Orderplatzierung und -ausführung.
- Dünnes Orderbuch: Bei illiquiden Titeln müssen größere Orders zu verschiedenen Preislevels ausgeführt werden.
- Große Ordervolumina: Der eigene Kauf drückt den Kurs in die gewünschte Richtung (Market Impact).
- Latenz: Zeitverzug zwischen Order-Entscheidung und tatsächlicher Übermittlung ans Börsensystem.
Positiver vs. negativer Slippage
Slippage kann auch positiv sein: Eine Market Order zum Kauf wird zu einem günstigeren Preis ausgeführt als erwartet. Dies passiert häufig bei starken Gapdowns, wenn Seller bereit sind, zu niedrigerem Preis zu verkaufen.
Slippage minimieren
- Limit Orders statt Market Orders: Exakter Ausführungspreis wird garantiert (aber nicht Ausführung selbst).
- Handelszeiten wählen: Liquide Zeiten wie die Eröffnung und US-Marktöffnung bevorzugen.
- Kleine Positionen relativ zur Liquidität: Eigener Markteinfluss minimiert.
- Algorithmen nutzen: TWAP/VWAP verteilen Großorders klug über die Zeit.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gem. §34 WpHG.