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Slippage (Kursabweichung)

Definition

Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Ausführungspreis einer Order und dem tatsächlich erzielten Kurs. Sie entsteht durch Marktbewegungen, geringe Liquidität oder Ausführungsverzögerungen.

Was ist Slippage?

Slippage – auf Deutsch Kursabweichung oder Kursverwischung – ist die Abweichung zwischen dem Preis, den ein Anleger beim Orderaufgabe erwartet, und dem Preis, der bei der tatsächlichen Ausführung zustande kommt. Diese Differenz kann zu Ungunsten oder (seltener) zugunsten des Anlegers ausfallen.

Ursachen und Funktionsweise

Slippage entsteht hauptsächlich durch drei Faktoren:

  1. Marktbewegung: Zwischen Orderabgabe und Ausführung bewegt sich der Kurs, besonders bei Market-Orders in volatilen Phasen
  2. Illiquidität: Bei geringem Handelsvolumen sind die bid-ask-Spreads weiter, und große Orders können den Preis selbst verschieben (Market Impact)
  3. Technische Verzögerungen: Latenz zwischen Ordererteilung und Ausführung an der Börse

Beispiel einer negativen Slippage

Ein Trader möchte 1.000 Infineon-Aktien (WKN: 623100) per Market-Order zu 35,00 Euro kaufen (letzter gehandelter Kurs). Durch eine plötzliche Kaufwelle wird die Order aber zu 35,18 Euro ausgeführt – Slippage von 0,18 Euro je Aktie, also 180 Euro Mehrkosten.

Anwendungsbeispiel im Algo-Trading

Hochfrequenzhändler kalkulieren Slippage als festen Kostenfaktor in ihre Handelsmodelle ein. Eine Strategie mit 10 Basispunkten erwarteter Rendite ist unrentabel, wenn die durchschnittliche Slippage ebenfalls 10 Basispunkte beträgt. Backtesting ohne realistische Slippage-Annahmen führt systematisch zu überhöhten Renditeerwartungen.

Vorteile (positive Slippage)

  • Bei fallenden Märkten können Market-Sell-Orders besser als erwartet ausgeführt werden
  • Positive Slippage tritt bei sehr liquiden Märkten mit engem Spread gelegentlich auf

Nachteile (negative Slippage)

  • Erhöhte Handelskosten: Reduziert tatsächliche Rendite, besonders bei aktivem Trading
  • Strategieverzerrung: Backtests unterschätzen reale Kosten ohne Slippage-Berücksichtigung
  • Verstärkt in volatilen Märkten: Hohe Volatilität erhöht Slippage massiv

Praxis-Tipps

Nutzen Sie Limit-Orders statt Market-Orders, um Slippage zu begrenzen – auf Kosten der Ausführungssicherheit. Handeln Sie bevorzugt in liquiden Zeiten (Xetra-Kernhandel 9–17:30 Uhr) und vermeiden Sie Orders kurz nach Marktöffnung oder vor Marktereignissen. Für aktive Trader gilt: Slippage konsequent protokollieren und in die Strategiebewertung einbeziehen.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte beachten Sie die Risikohinweise gemäß § 34 WpHG.

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