Market Order: Sofort zum bestmöglichen Kurs kaufen
Definition
Eine Market Order (Bestens-/Billigst-Order) ist ein Börsenauftrag zur sofortigen Ausführung zum nächstbesten verfügbaren Marktpreis — sie garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis, und kann bei illiquiden Wertpapieren zu ungünstigen Kursen führen.
Market Order: Ausführung zu jedem Preis
Wer an der Börse schnell handeln will, greift zur Market Order — auf Deutsch auch Bestens-Order (beim Kauf) oder Billigst-Order (beim Verkauf) genannt. Der Auftrag wird unverzüglich zum nächstbesten verfügbaren Kurs im Orderbuch ausgeführt. Wartezeiten gibt es keine, dafür aber eine Preisungewissheit.
Wie funktioniert die Market Order?
Bei einer Market Order nennt der Anleger nur das Wertpapier und die Stückzahl — keinen Preis. Die Börse führt den Auftrag sofort zum aktuell besten Angebot aus. Beim Kauf ist das der niedrigste verfügbare Ask-Preis, beim Verkauf der höchste Bid-Preis.
Beispiel mit Spread-Berechnung: SAP-Aktie notiert mit Bid 185,20 € / Ask 185,40 €. Spread: 0,20 €. Eine Market-Order zum Kauf über 100 Aktien wird zu 185,40 € ausgeführt. Direkt danach liegt der Marktwert bei 185,20 € (Bid) — der Anleger hat durch den Spread sofort 20 € verloren.
Bei 1.000 Aktien und einem Spread von 0,50 € kostet allein der Spread 500 €. Bei liquiden Blue-Chips wie DAX-Werten ist der Spread gering. Bei Small Caps kann er mehrere Prozent betragen.
Market Order vs. Limit Order
| Kriterium | Market Order | Limit Order |
|---|---|---|
| Ausführung | Garantiert | Nicht garantiert |
| Preis | Nicht kontrollierbar | Maximal-/Minimalpreis fest |
| Geschwindigkeit | Sofort | Abhängig vom Markt |
| Slippage-Risiko | Hoch bei Illiquidität | Keins |
Wann ist eine Market Order sinnvoll?
Market Orders eignen sich, wenn die Ausführungsgeschwindigkeit wichtiger ist als der exakte Preis — etwa bei News-getriebenen Kursausbrüchen, beim Schließen von Positionen vor wichtigen Terminen oder bei hochliquiden ETFs mit engen Spreads. Bei illiquiden Titeln oder in volatilen Marktphasen ist Vorsicht geboten: Sogenannter Slippage kann den Ausführungspreis deutlich vom zuletzt gesehenen Kurs entfernen.
Fazit
Die Market Order ist das schnellste Werkzeug im Börsenhandel — mit dem Nachteil fehlender Preiskontrolle. Wer nicht jeden Cent kämpft, aber sicher ausgeführt werden will, ist damit gut bedient. Für große Positionen oder illiquide Märkte gilt: Limit Order bevorzugen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor keine Positionen in den genannten Wertpapieren hält.