Sicherheitsleistung (Collateral)
Definition
Eine Sicherheitsleistung (Collateral) ist Vermögen, das als Pfand für ein Darlehen oder eine Derivateposition hinterlegt wird. Sie schützt den Kreditgeber oder die Gegenpartei vor Ausfallrisiken und ist Grundlage des gehebelten Handels.
Was ist eine Sicherheitsleistung?
Eine Sicherheitsleistung (englisch: Collateral oder Security Deposit) ist ein Vermögenswert, der als Sicherheit für eine Finanztransaktion hinterlegt wird. Sie gibt dem Kreditgeber oder der Handelsgegenpartei die Gewissheit, dass im Falle eines Ausfalls ein Ausgleich möglich ist.
Formen der Sicherheitsleistung
Cash Collateral: Bargeld oder Bankeinlagen — einfachste und liquideste Form.
Securities Collateral: Wertpapiere (Staatsanleihen, Aktien) werden als Pfand übereignet. Haircut: Abschlag auf den Marktwert (z.B. 5-10 % für Staatsanleihen, 30 % für Aktien).
Initial/Variation Margin: Bei Derivaten ist die Margin die Form der Sicherheitsleistung.
Haircut bei Sicherheiten
Nicht alle Sicherheiten gelten zum vollen Marktwert:
- Staatsanleihen: Haircut 2-5 %
- Investment-Grade-Anleihen: Haircut 5-10 %
- Aktien: Haircut 20-50 %
- Krypto: Haircut oft 50-70 % (bei einigen Brokern)
Sicherheitsleistung in verschiedenen Kontexten
Repo-Geschäfte: Kurzzeitige Wertpapierleihe mit Rückkaufvereinbarung. Die Wertpapiere dienen als Sicherheit für den Liquiditätskredit.
EMIR-Collateral-Anforderungen: EU-Regulierung verlangt für OTC-Derivate zwischen Finanzinstituten obligatorisches Collateral-Management.
Lombardkredit bei Privatanleger: Wertpapierdepot als Sicherheit für günstige Privatkredite.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.