Maintenance Margin (Mindestmarge)
Definition
Die Maintenance Margin ist die Mindest-Sicherheitsleistung, auf die der Marginsaldo einer offenen Derivateposition fallen darf, bevor ein Margin Call ausgelöst wird. Sie liegt typischerweise bei 50-75 % der Initial Margin.
Was ist die Maintenance Margin?
Die Maintenance Margin (Mindestmarge oder Variation Margin Grenze) ist der Schwellenwert des Sicherheitenkontos, unterhalb dessen ein Margin Call ausgelöst wird. Sie schützt den Broker vor Ausfallrisiken.
Zusammenhang Initial und Maintenance Margin
Typisches Beispiel:
- Initial Margin: 1.000 EUR
- Maintenance Margin: 700 EUR (70 %)
Fällt das Margin-Konto durch Kursverluste unter 700 EUR: → Margin Call: Anleger muss auf 1.000 EUR aufstocken
Differenz (1.000 − 700 = 300 EUR) ist der maximale Verlust vor Margin Call.
Variation Margin
Bei börsengehandelten Futures wird täglich eine Variation Margin berechnet: Der Gewinn oder Verlust des Tages wird auf dem Margin-Konto gut- oder lastgeschrieben (Mark-to-Market). Die Maintenance Margin stellt sicher, dass das Konto nie zu leer wird.
Margin-Änderungen bei erhöhter Volatilität
Börsen und Broker erhöhen Maintenance Margins bei steigender Volatilität:
- Rohstoff-Slippage 2020-2022 führte zu deutlichen Margin-Erhöhungen
- Während des GameStop-Squeezieren 2021 stiegen Margins um bis zu 500 %
Liquidation bei Unterschreitung
Wird der Margin Call nicht bedient, schließt der Broker die Position zwangsweise zum aktuellen Marktpreis — unabhängig von der eigenen Handelsstrategie des Anlegers.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.