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Rezession: Wirtschaftlicher Abschwung

Definition

Eine Rezession ist eine Phase wirtschaftlichen Rückgangs, die technisch als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum definiert wird — sie geht typischerweise mit steigender Arbeitslosigkeit, sinkenden Unternehmensgewinnen und fallenden Aktienmärkten einher.

Was ist eine Rezession?

Eine Rezession bezeichnet einen anhaltenden Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität innerhalb einer Volkswirtschaft. Die gängigste technische Definition: zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Wachstum. Das National Bureau of Economic Research (NBER) in den USA definiert sie breiter — als signifikanter Rückgang der Wirtschaftsleistung über mehrere Monate, messbar an Beschäftigung, Industrieproduktion, realem Einkommen und Einzelhandelsumsätzen.

Typische Merkmale einer Rezession

  • Steigende Arbeitslosigkeit: Unternehmen bauen Stellen ab, die Konsumausgaben sinken
  • Sinkende Unternehmensgewinne: Umsatzrückgänge drücken auf die Margen
  • Fallende Aktienmärkte: Investoren preisen verschlechterte Gewinnaussichten ein
  • Kreditklemme: Banken vergeben weniger Kredite, Unternehmen investieren weniger
  • Deflationärer Druck: Bei langer Rezession können die Preise sinken

Rezession vs. Depression

Eine Depression ist eine besonders schwere und lang anhaltende Rezession. Die Große Depression der 1930er-Jahre gilt als historisches Paradebeispiel: Das US-BIP sank um rund 30 %, die Arbeitslosigkeit stieg auf 25 %. Im Vergleich dazu war die Rezession 2008/09 (Finanzkrise) mit einem BIP-Rückgang von etwa 5 % in Deutschland deutlich moderater.

Praxisbeispiel: Rezessionen in Deutschland

JahrAuslöserBIP-Rückgang (DE)
2002/03Dotcom-Blase, 9/11-0,2 %
2008/09Finanzkrise-5,7 %
2020COVID-19-Pandemie-4,9 %
2022/23Energiekrise, Inflation-0,3 %

Wie reagieren Märkte auf Rezessionen?

Aktien fallen typischerweise bevor die offizielle Rezession beginnt — die Märkte sind vorausschauend. Historisch ist der DAX im Schnitt 6–12 Monate vor dem BIP-Tiefpunkt am stärksten gefallen. Defensive Sektoren (Versorger, Lebensmittel, Gesundheit) halten sich besser als Zykliker (Automobil, Industrie, Luxus).

Gegenmaßnahmen der Wirtschaftspolitik

  • Geldpolitik: Zentralbanken senken die Leitzinsen, um Kredite günstiger zu machen
  • Fiskalpolitik: Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeld, staatliche Investitionen
  • Quantitative Easing: Gezielte Anleihekäufe durch die EZB oder Fed zur Liquiditätssicherung

Eine Rezession endet offiziell, wenn das BIP wieder wächst — das Tief nennt man den Konjunkturtrog.

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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