Arbeitslosenquote (Unemployment Rate)
Definition
Die Arbeitslosenquote misst den Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung und ist ein zentraler Indikator für die Stärke des Arbeitsmarkts und die konjunkturelle Lage.
Was ist die Arbeitslosenquote?
Die Arbeitslosenquote (englisch: Unemployment Rate) ist einer der wichtigsten makroökonomischen Indikatoren. Sie gibt an, wie viel Prozent der Erwerbsbevölkerung (alle Personen, die arbeiten oder aktiv eine Arbeit suchen) ohne Beschäftigung sind.
Formel: Arbeitslosenquote = (Anzahl Arbeitsloser / Erwerbsbevölkerung) × 100
Messmethoden und Definitionen
Deutschland (BA-Definition): Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registriert alle als arbeitslos gemeldeten Personen. Verschiedene Sonderregelungen (Kurzarbeit, Maßnahmeteilnehmer) beeinflussen die Zahl.
ILO-Definition (international): Arbeitssuchende, die in der Vorwoche nicht gearbeitet haben und sofort verfügbar sind. Basis für internationale Vergleiche (Eurostat).
U-3 vs. U-6 (USA): Die US-Notenbank Fed beobachtet mehrere Maße. U-3 ist die offizielle Rate; U-6 (broader) umfasst Teilzeitbeschäftigte aus wirtschaftlichen Gründen und Entmutigte.
Strukturelle vs. Zyklische Arbeitslosigkeit
- Zyklische Arbeitslosigkeit: Entsteht durch konjunkturellen Abschwung — zurückgehend in Aufschwungphasen
- Strukturelle Arbeitslosigkeit: Durch Mismatch zwischen Qualifikation und Nachfrage (z. B. Digitalisierung)
- NAIRU (Non-Accelerating Inflation Rate of Unemployment): Gleichgewichts-Arbeitslosenquote, bei der keine Inflationsbeschleunigung auftritt
Bedeutung für Zentralbanken
Die Fed hat ein duales Mandat: Preisstabilität und maximale Beschäftigung. Niedrige Arbeitslosigkeit erhöht den Lohndruck und damit die Inflation — ein zentraler Input für Zinsentscheidungen.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: BIP, Inflation, Leitzins, Phillips-Kurve
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