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Probability of Default (PD)

Definition

Die Probability of Default (PD) ist die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Kreditnehmer innerhalb eines definierten Zeitraums (typisch 1 Jahr) seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. PD ist neben LGD und EAD eine der drei Kernparameter der Kreditrisikomessung nach Basel III.

Was ist die Probability of Default?

Die PD quantifiziert die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls innerhalb eines Jahres (1-Jahres-PD) oder über die gesamte Kreditlaufzeit (kumulierte PD). Sie wird in Prozent ausgedrückt und ist eine fundamentale Eingangsgröße für:

  • Einzelkredit-Pricing
  • Portfoliorisikomanagement
  • Regulatorische Kapitalanforderungen (Basel III)

PD-Schätzungsmodelle

1. Historische Ausfallraten Basierend auf Rating-Historien: Moody's-Daten zeigen durchschnittliche 1-Jahres-PDs von 0,02 % (Aaa) bis >20 % (Caa3).

2. Strukturmodelle (Merton-Modell) Firma gilt als ausgefallen, wenn Marktwert der Assets den Fremdkapitalwert unterschreitet. Inputs: Aktienkurs, Volatilität, Schuldenstruktur. Nutzung: CreditMetrics, KMV-Modell von Moody's Analytics.

3. Reduced-Form-Modelle PD wird als Prozessparameter ohne direkten Bezug zur Unternehmensstruktur modelliert. Häufig für Market-Implied-PDs aus CDS-Spreads genutzt.

4. Scorecard-Modelle Statistische Modelle (Logit, Probit) basierend auf Bilanzkennzahlen. Standard in Bank-internen Ratingmodellen.

Market-Implied PD aus CDS-Spreads

CDS-Spreads erlauben eine Schätzung der marktimpliziten PD:

Markt-PD ≈ CDS-Spread / (1 - Recovery Rate)

Beispiel: CDS-Spread 200 bp, Recovery 40 % → PD ≈ 200 / (1-0,40) × 0,01 = 3,3 % p.a.

PD-Kalibrierung und Backtesting

Banken müssen ihre PD-Modelle regelmäßig backtesten und kalibrieren. Aufsichtsbehörden (BaFin, EZB-SSM) überprüfen, ob modellierte PDs mit realisierten Ausfallraten übereinstimmen. Systematische Unterschätzung kann zu Kapitalauflagen führen.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor Positionen in den besprochenen Wertpapieren halten kann.

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