Outputlücke (Output Gap)
Definition
Die Outputlücke misst den Unterschied zwischen dem tatsächlichen BIP und dem potenziellen BIP einer Volkswirtschaft – eine positive Lücke erzeugt Inflationsdruck, eine negative Deflationsdruck.
Outputlücke (Output Gap)
Die Outputlücke (Output Gap) misst den Unterschied zwischen dem tatsächlich erzielten Bruttoinlandsprodukt (BIP) und dem potenziellen BIP – also dem BIP, das eine Volkswirtschaft bei Vollauslastung aller Ressourcen produzieren könnte.
Formel
$$Output,Gap = \frac{\text{Tatsächliches BIP} - \text{Potenzielles BIP}}{\text{Potenzielles BIP}} \times 100$$
Interpretation
| Output Gap | Wirtschaftssituation | Inflationsdruck |
|---|---|---|
| Positiv (> 0) | Wirtschaft über Potenzial, Überhitzung | Hoch → Inflation |
| = 0 | Wirtschaft am Potenzial | Neutral |
| Negativ (< 0) | Unterauslastung, Rezessionsgefahr | Gering → Deflationsgefahr |
Verbindung zur Geldpolitik
Die Taylor-Regel nutzt die Outputlücke: $$r = r^* + \pi + 0,5 \cdot (\pi - \pi^) + 0,5 \cdot (y - y^)$$
- Bei positiver Outputlücke → Taylor-Regel empfiehlt höhere Zinsen
- Bei negativer Outputlücke → niedrigere Zinsen empfohlen
Schätzungsprobleme
Das potenzielle BIP ist nicht direkt beobachtbar – es muss geschätzt werden. Verschiedene Institutionen (IWF, OECD, EZB) kommen zu unterschiedlichen Schätzungen.
Beispiel COVID-2020
- Q2 2020: Deutsches BIP sank um ~10 %
- Outputlücke: Stark negativ (~-12 %)
- Reaktion: EZB und Fiskalpolitik mit massiven Stimuli
Keine Anlageberatung.