Novation (Vertragsübernahme)
Definition
Novation ist die rechtliche Ersetzung eines bestehenden Vertrags durch einen neuen, bei dem eine Vertragspartei durch eine dritte ausgetauscht wird. Im Clearing ist es der Prozess, durch den das Clearinghaus zur zentralen Gegenpartei beider Handelsseiten wird.
Was ist Novation?
Novation (von lat.: novatio = Erneuerung) ist ein Rechtsprozess, bei dem ein bestehender Schuldvertrag durch einen neuen ersetzt wird. Die ursprüngliche Verpflichtung erlischt, eine neue entsteht — oft mit einer geänderten Vertragspartei.
Novation im Clearing
Im Wertpapier- und Derivateclearing tritt das Clearinghaus (CCP) als Novation-Partner auf:
Ursprünglicher Vertrag: Käufer A kauft 100 DAX-Futures von Verkäufer B
Nach Novation:
- Vertrag 1: Clearinghaus "kauft" 100 DAX-Futures von Verkäufer B
- Vertrag 2: Clearinghaus "verkauft" 100 DAX-Futures an Käufer A
Der Originalvertrag A-B ist aufgelöst. Beide kennen nur noch das Clearinghaus als Gegenpartei.
Rechtliche Anforderungen an Novation
Für eine wirksame Novation müssen alle ursprünglichen Parteien zustimmen (Zustimmungsprinzip). Im Clearing erfolgt dies durch Mitgliedschaft in der Clearingstelle und Unterzeichnung des Clearing-Vertrags.
Novation vs. Assignment
- Novation: Alter Vertrag erlischt, neuer entsteht mit neuer Partei
- Assignment (Abtretung): Rechte werden übertragen, Vertrag bleibt bestehen
- Schuldübernahme: Pflichten werden übertragen, braucht Gläubigerzustimmung
Novation in OTC-Märkten
Auch im OTC-Derivatemarkt wird Novation genutzt, wenn eine Partei ihre Vertragsposition an Dritte verkaufen möchte.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.