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Netting (Aufrechnung)

Definition

Netting ist die Aufrechnung gegenseitiger Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen zwei oder mehr Parteien zu einem Nettobetrag. Es reduziert Liquiditätsbedarf und Gegenparteirisiko im Wertpapier- und Derivatehandel erheblich.

Was ist Netting?

Netting (Aufrechnung oder Saldierung) ist der Prozess, durch den gegenläufige Forderungen zwischen Handelspartnern zu einem einzigen Netto-Betrag zusammengefasst werden, statt jeden Cashflow einzeln abzuwickeln.

Arten des Nettings

Payment Netting (Zahlungs-Netting): Am Ende des Handelstages werden alle gegenseitigen Zahlungsverpflichtungen saldiert. Statt 100 einzelner Zahlungen erfolgt nur eine Netto-Zahlung.

Close-out Netting: Bei Ausfall eines Partners werden alle offenen Kontrakte beendet und zum aktuellen Marktwert aufgerechnet. Wichtig für Derivateverträge (ISDA Master Agreement).

Central Netting (über CCP): Das Clearinghaus berechnet für jeden Teilnehmer die Netto-Position aus allen Handelstransaktionen des Tages.

Quantitativer Effekt des Nettings

Beispiel: Institution A schuldet B: 50 Mio. EUR Institution B schuldet A: 45 Mio. EUR

Ohne Netting: 2 Zahlungen (50 Mio. + 45 Mio. = 95 Mio. EUR Liquiditätsbedarf) Mit Netting: 1 Zahlung von 5 Mio. EUR (A an B)

Liquiditätsersparnis: 94,7 %

Rechtliche Grundlage

Close-out Netting ist im ISDA Master Agreement standardisiert und in Deutschland durch § 104 InsO und das KWG gesetzlich anerkannt.

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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