Zum Hauptinhalt springen
Zurück zum Lexikon

Abwicklung (Settlement)

Definition

Die Abwicklung (Settlement) ist die finale Erfüllung eines Wertpapiergeschäfts: der Austausch von Wertpapieren gegen Geld. In Europa erfolgt die Abwicklung standardmäßig nach T+2 (zwei Börsentage nach dem Handelstag).

Was ist Abwicklung?

Abwicklung (englisch: Settlement) ist der Prozess der Finalerfüllung eines Wertpapiergeschäfts — die tatsächliche Übertragung von Wertpapieren vom Verkäufer zum Käufer und gleichzeitig die Geldübertragung vom Käufer zum Verkäufer.

Die Settlement-Kette

  1. Trade Execution (T): Kauf/Verkauf wird abgeschlossen — Kurs und Menge sind fix
  2. Confirmation (T+0 oder T+1): Beide Seiten bestätigen Transaktionsdetails
  3. Clearing: CCP übernimmt als Gegenpartei, berechnet Nettopositionen
  4. Settlement (T+2): Endgültige Lieferung von Wertpapieren gegen Geld

T+2 als europäischer Standard

In Europa gilt T+2 (CSD-Regulation, CSDR). In den USA plant die SEC eine Verkürzung auf T+1 ab 2024. Japan handelt bereits mit T+2.

Settlement-Risiken

Settlement-Failure: Eine Seite kann nicht liefern — häufig bei illiquiden Wertpapieren oder Leerverkäufern ohne geborgten Bestand.

CSDR Buy-In-Mechanismus: Bei Settlement-Failure muss der fehlende Bestand am Markt zwangsgekauft werden — auf Kosten des Verursachers.

Settlement bei Derivaten

Bei Derivaten gibt es zwei Abwicklungsarten:

  • Cash Settlement: Barausgleich der Differenz zwischen Kontraktpreis und Marktwert
  • Physical Delivery: Tatsächliche Lieferung des Underlying (z.B. Rohstoffe)

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

abwicklungsettlementt+2 abwicklungwertpapier settlementsettlement failure