Lieferung gegen Zahlung (Delivery versus Payment, DvP)
Definition
Lieferung gegen Zahlung (DvP) ist das Abwicklungsprinzip bei Wertpapiergeschäften, bei dem Wertpapierübertragung und Geldübertragung zeitgleich und voneinander abhängig erfolgen. Es eliminiert das Gegenpartei-Ausfallrisiko beim Settlement.
Was ist Lieferung gegen Zahlung?
Lieferung gegen Zahlung (englisch: Delivery versus Payment, DvP) ist das Grundprinzip der Wertpapierabwicklung: Die Übertragung von Wertpapieren erfolgt nur dann, wenn gleichzeitig der Kaufpreis bezahlt wird — und umgekehrt. Keine Lieferung ohne Zahlung.
Das Problem ohne DvP
Ohne DvP bestünde das Risiko:
- Käufer zahlt, Verkäufer liefert nicht (Lieferrisiko)
- Verkäufer liefert, Käufer zahlt nicht (Zahlungsrisiko)
- Bei zeitlichem Versatz: Gegenparteirisiko zwischen Geschäft und Abwicklung
DvP-Modelle der BIS
Die BIS definiert drei DvP-Modelle:
Modell 1 (Bruttolieferung und Bruttozahlung): Jede Transaktion wird separat und sofort abgewickelt. Liquiditätsintensiv.
Modell 2 (Bruttolieferung, Netto-Zahlung): Wertpapiere werden brutto geliefert, Zahlungen netto am Ende der Periode verrechnet.
Modell 3 (Netto-Netting): Sowohl Wertpapiere als auch Zahlungen werden netto abgewickelt. Liquiditätseffizient.
T+2 Settlement Standard
In Europa und den USA ist T+2 Standard: Das Geschäft wird 2 Handelstage nach dem Trade-Datum abgewickelt (T+1 ist in Diskussion für die USA ab 2025).
Abwicklung bei Clearstream
In Deutschland wickelt Clearstream Banking die DvP-Abwicklung über das TARGET2-Securities (T2S)-System der EZB ab.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.