Modifizierte Duration — Zinssensitivität von Anleihen
Definition
Die modifizierte Duration misst die prozentuale Kursänderung einer Anleihe bei einer Zinsänderung von 1 Prozentpunkt — sie ist das wichtigste Risikomaß für Anleihenportfolios.
Modifizierte Duration — Zinssensitivität von Anleihen
Von Macaulay zur Modifizierten Duration
Die modifizierte Duration leitet sich aus der Macaulay-Duration ab:
D_mod = D_Mac / (1 + y/m)
wobei:
D_Mac = Macaulay-Duration
y = Rendite (Yield to Maturity)
m = Kuponfrequenz pro Jahr (1 = jährlich, 2 = halbjährlich)
Beispiel: D_Mac = 2,86 Jahre, y = 4 %, jährlicher Kupon (m=1)
D_mod = 2,86 / (1 + 0,04/1) = 2,86 / 1,04 = 2,75
Kursänderungsformel
Die modifizierte Duration approximiert die prozentuale Preisänderung bei einer kleinen Zinsänderung:
ΔP/P ≈ −D_mod × Δy
Beispiel:
D_mod = 7,5, Zinsanstieg Δy = +50 bp = +0,5 %
ΔP/P ≈ −7,5 × 0,005 = −3,75 %
Bei Anleihepreis 100.000 €: Kursverlust −3.750 €
Dollar Duration / DV01
In der Praxis nutzen Portfoliomanager den DV01 (Dollar Value of a Basis Point) — den absoluten Kursverlust pro Basispunkt Zinsanstieg:
DV01 = D_mod × P × 0,0001
Bundesanleihe-Portfolio: D_mod 7,5, Marktwert 10 Mio. €
DV01 = 7,5 × 10.000.000 × 0,0001 = 7.500 €
→ Pro bp Zinsanstieg verliert das Portfolio 7.500 €
Grenzen der Linearen Approximation
Bei größeren Zinsänderungen ist die Approximation ungenau — hier kommt die Konvexität ins Spiel. Die vollständige Formel:
ΔP/P ≈ −D_mod × Δy + 0,5 × Konvexität × (Δy)²
Für kleine Bewegungen (<1 %) reicht D_mod als Näherung.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.