Konsumgütersektor: Consumer Staples vs. Consumer Discretionary
Definition
Der Konsumgütersektor unterscheidet zwischen Basiskonsumgütern (Staples, nicht-zyklisch) und Nicht-Basiskonsumgütern (Discretionary, zyklisch) — zwei fundamental verschiedene Investmentkategorien.
Die fundamentale Unterscheidung
Der GICS-Standard teilt Konsum in zwei Sektoren:
Consumer Staples (Basiskonsumgüter): Produkte, auf die Konsumenten nicht verzichten können — Essen, Trinken, Haushaltspflege, Tabak. Unternehmen: Nestlé, Beiersdorf, Henkel, Unilever, Procter & Gamble.
Consumer Discretionary (Nicht-Basiskonsumgüter): Güter, die bei schlechter Wirtschaftslage aufgeschoben werden können — Autos, Luxus, Reisen, Restaurants, Mode. Unternehmen: BMW, Mercedes, Adidas, Zalando, TUI.
Konjunkturreaktion
In Rezessionen schlagen Staples Discretionary massiv. Im S&P 500 verlor Consumer Discretionary 2022 rund 37 %, Consumer Staples nur 3 %. Im Gegenzug profitiert Discretionary überproportional im Aufschwung: 2023 stieg der Discretionary-Sektor um 41 %, Staples nur 2 %.
Preissetzungsmacht als Qualitätsmerkmal
Beide Segmente profitieren von starken Marken, die Preiserhöhungen durchsetzen können. Nestlé erhöhte 2022–2023 Preise um durchschnittlich 9 % ohne nennenswerte Volumenrückgänge — klassische Preissetzungsmacht (Pricing Power) als Inflationsschutz.
Deutsche Vertreter
DAX-Staples: Beiersdorf (Nivea-Hersteller), Henkel (Persil, Schwarzkopf). DAX-Discretionary: BMW, Mercedes-Benz, Adidas, Zalando. Interessant: Luxusunternehmen gelten als Premium-Discretionary mit Preissetzungsmacht ähnlich wie Staples.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor Positionen in den besprochenen Wertpapieren halten kann.