GICS-Sektoren: Global Industry Classification Standard
Definition
Der GICS (Global Industry Classification Standard) teilt Aktien in 11 Sektoren ein und bildet die Grundlage für Tausende ETFs und Indizes weltweit.
Einleitung
Der Global Industry Classification Standard (GICS) wurde 1999 gemeinsam von MSCI und S&P Global entwickelt und ist heute das meistgenutzte System zur Einordnung von Aktien nach Branchen. Weltweit setzen Fondsgesellschaften, Indexanbieter und institutionelle Anleger auf GICS als gemeinsame Sprache zur Sektorklassifikation.
Die 11 GICS-Sektoren
- Informationstechnologie — Halbleiter, Software, Hardware (z.B. SAP, Infineon)
- Gesundheitswesen — Pharma, Biotech, Medizintechnik (z.B. Fresenius, Sartorius)
- Finanzen — Banken, Versicherungen, Asset Manager
- Nicht-Basiskonsumgüter — Autos, Handel, Freizeit (z.B. BMW, Zalando)
- Basiskonsumgüter — Lebensmittel, Getränke, Haushalt (defensive Werte)
- Industrie — Maschinenbau, Logistik, Rüstung (z.B. Siemens, DHL)
- Kommunikationsdienste — Telekommunikation, Medien, Internet
- Energie — Öl, Gas, Erneuerbare Energien
- Versorger — Strom, Wasser, Gas (z.B. E.ON, RWE)
- Immobilien — REITs, Immobilienentwickler
- Rohstoffe — Bergbau, Chemie, Papier
Aufbau und Hierarchie
GICS ist vierstufig aufgebaut: Sektor → Branchengruppe → Branche → Unterbranche. Ein Unternehmen wie BASF gehört zum Sektor Rohstoffe, Branchengruppe Materialien, Branche Chemie, Unterbranche Diversifizierte Chemie. Diese Granularität ermöglicht präzise Branchenvergleiche (Peer Groups) in der Fundamentalanalyse.
Relevanz für Anleger
Sektorrotation ist eine der bekanntesten Anlagestrategien: Zu verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus entwickeln sich verschiedene GICS-Sektoren besonders stark. Im Aufschwung führen oft Industrie und nicht-zyklische Konsumgüter; in der Spätphase Energie und Rohstoffe. Zahlreiche ETFs — etwa der iShares MSCI World IT ETF oder der Xtrackers MSCI World Energy — basieren direkt auf GICS-Sektordefinitionen und ermöglichen gezieltes Sektorinvestment.
Beispiel: DAX nach GICS
Im DAX sind alle 11 Sektoren vertreten, jedoch mit sehr unterschiedlichem Gewicht. Per 2024 dominiert der Industriesektor mit Siemens, MTU und Rheinmetall, gefolgt von Nicht-Basiskonsumgütern (BMW, Mercedes, Adidas) und Finanzen (Allianz, Deutsche Bank, Munich Re). Der IT-Anteil ist im DAX mit SAP als einzigem Schwergewicht im Vergleich zum S&P 500 gering.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor Positionen in den besprochenen Wertpapieren halten kann.