Floater (Variable-Rate-Anleihe): Zins passt sich dem Markt an
Definition
Ein Floater (Floating Rate Note, FRN) ist eine Anleihe mit variablem Zinssatz, der sich regelmäßig an einem Referenzzins (EURIBOR, SOFR) anpasst — Anleger profitieren bei steigenden Zinsen, sind aber unsicher über künftige Erträge.
Was ist ein Floater?
Ein Floater — auch Floating Rate Note (FRN) oder variabel verzinsliche Anleihe genannt — ist ein Schuldtitel, dessen Kuponsatz nicht für die gesamte Laufzeit fixiert ist, sondern sich periodisch (meist quartalsweise oder halbjährlich) an einen Referenzzins anpasst.
Funktionsweise: EURIBOR plus Aufschlag
Der Zinssatz eines Floaters setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Referenzzins und einem festen Aufschlag (Spread). Ein typischer Floater zahlt zum Beispiel EURIBOR 3M + 80 Basispunkte. Steigt der EURIBOR von 3 % auf 4 %, erhöht sich automatisch auch der Kupon des Floaters von 3,80 % auf 4,80 %. Der Spread bleibt konstant und spiegelt die Kreditwürdigkeit des Emittenten wider.
Im Euroraum ist der 3-Monats-EURIBOR der häufigste Referenzzins, international hat der SOFR (Secured Overnight Financing Rate) den LIBOR seit 2023 weitgehend ersetzt.
Vergleich mit der Festzinsanleihe
Bei einer klassischen Festzinsanleihe erhält der Anleger einen festen Kupon über die gesamte Laufzeit. Steigen die Marktzinsen, verliert die Anleihe an Kurs — weil neue Emissionen höhere Zinsen bieten. Beim Floater entfällt dieses Kursrisiko weitgehend: Der Kurs bleibt nahe am Nennwert, weil sich die Verzinsung dem Markt anpasst. Dafür fehlt die Planungssicherheit über künftige Erträge.
Wann sind Floater attraktiv?
Floater eignen sich besonders in einem Zinserhöhungsumfeld oder bei Erwartung steigender Zinsen. Pensionsfonds und Versicherungen nutzen sie zur Absicherung variabel verzinster Verbindlichkeiten. Auch Unternehmen mit variablen Einnahmen schätzen Floater, weil Cashflow und Zinszahlung gemeinsam schwanken.
Reverse Floater — der Gegenläufer
Eine Sonderform ist der Reverse Floater: Hier steigt der Kupon, wenn der Referenzzins sinkt (z. B. Formel: 8 % minus EURIBOR 3M). Diese Papiere eignen sich für Anleger, die auf sinkende Zinsen setzen — gehen aber mit erhöhter Duration und Komplexität einher.
Emittenten und Praxisbeispiel
Floater werden von Banken, Unternehmen und supranationalen Institutionen (EIB, KfW) emittiert. Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist ein Großemittent von EUR-Floatern. Ein Beispiel: Eine EIB-FRN mit Laufzeit 3 Jahre zahlt EURIBOR 3M + 5 bp — als sicherer Hafen bei gleichzeitiger Partizipation an Zinsanstiegen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Anleihen unterliegen Marktrisiken.