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Dual-Class-Aktien – Zwei Stimmrechtsklassen

Definition

Dual-Class-Aktien verleihen bestimmten Aktionären (meist Gründern) überproportionale Stimmrechte – häufig bei Tech-IPOs um die Kontrolle beim Management zu behalten.

Dual-Class-Aktien – Zwei Stimmrechtsklassen

Dual-Class-Aktien (Mehrstimmrechtsaktien) sind eine Aktienstruktur mit mindestens zwei Aktienkategorien, die sich in ihren Stimmrechten unterscheiden.

Typische Struktur

  • Class A: Öffentlich handelbare Aktien, 1 Stimme je Aktie
  • Class B: Meist bei Gründern/Insidern, 10 Stimmen je Aktie (oder mehr)

Ergebnis: Gründer hält 20 % der Aktien, aber 80 % der Stimmrechte.

Bekannte Beispiele

UnternehmenClass-A : Class-B VerhältnisKontrollinhaber
Alphabet (Google)1:10Sergey Brin, Larry Page
Facebook/Meta1:10Mark Zuckerberg
Snap1:0 (keine Stimmrechte)Evan Spiegel, Bobby Murphy
VolkswagenStammaktien vs. VorzugsaktienFamilien Porsche/Piëch

Vorteile (für Gründer)

  • Langfristige Vision ohne kurzfristigen Aktiendruck
  • Schutz vor feindlichen Übernahmen
  • Entscheidungsfreiheit ohne Aktionärsdruck

Nachteile (für Anleger)

  • Corporate Governance Defizit: Minderheitsaktionäre haben kaum Einfluss
  • Agency-Problem: Management nicht hinreichend kontrollierbar
  • Ertragsschwächung: Studien zeigen langfristig oft schlechtere Performance

Regulierung

  • S&P 500: Erlaubt Dual-Class-Aktien seit 2017 (nach Snap-IPO)
  • DAX/MDAX: Beschränkt auf Vorzugsaktien (ohne Stimmrecht, aber mit höherer Dividende)
  • Hongkong/SGX: Erlauben Dual-Class-Aktien seit 2018 für Tech-IPOs

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.

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