Anleihen-Laufzeiten — Kurzläufer, Mittelläufer, Langläufer
Definition
Anleihen werden nach ihrer Restlaufzeit klassifiziert: Kurzläufer (bis 3 Jahre), Mittelläufer (3–7 Jahre) und Langläufer (über 7 Jahre) haben unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile.
Anleihen nach Laufzeit
Die Klassifizierung von Anleihen nach ihrer Laufzeit ist fundamental für das Verständnis von Zinsrisiko und Rendite-Erwartungen.
Laufzeitkategorien
Geldmarktpapiere / T-Bills (< 1 Jahr):
- US Treasury Bills, Schatzanweisungen, Commercial Paper
- Geringstes Zinsrisiko, niedrigste Rendite
- Für kurzfristige Liquiditätsparkierung
Kurzläufer (1–3 Jahre):
- Bundesschatzanweisungen (Schätze)
- Moderate Rendite, geringe Kursschwankungen
- Geeignet für mittelfristige Anlage
Mittelläufer (3–7 Jahre):
- Bundesobligationen (Bobls)
- Ausgewogenes Verhältnis aus Rendite und Risiko
Langläufer (7–30 Jahre):
- 10-jährige Bundesanleihe (Benchmark), 30-jährige Bunds
- Höchste Rendite, höchstes Zinsrisiko
Ultra-Langläufer (> 30 Jahre):
- Österreich emittierte 100-jährige Anleihen (2017, 2020)
- Extreme Zinssensitivität
Laufzeit und Zinsstrukturkurve
Die Zinsstrukturkurve (Yield Curve) zeigt die Renditen aller Laufzeiten einer Anleihenklasse. Normalerweise: Langläufer rentieren höher als Kurzläufer (positiv geneigt). Bei inverser Kurve (Kurzläufer > Langläufer) signalisiert dies Rezessionserwartungen.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Zinsstrukturkurve, Duration, Anleihe, Bundesanleihe
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.