Adaptive Markteffizienzhypothese — AMH
Definition
Die Adaptive Market Hypothesis (AMH) von Andrew Lo verbindet die klassische Markteffizienzhypothese mit Behavioral Finance: Markteilnehmer passen ihr Verhalten evolutionär an — Effizienz ist kein Dauerzustand, sondern variiert.
Definition
Die Adaptive Market Hypothesis (Adaptive Markteffizienzhypothese) wurde 2004 von Andrew W. Lo (MIT) als Synthese zwischen Eugene Famas Efficient Market Hypothesis (EMH) und den Erkenntnissen der Behavioral Finance entwickelt. Sie wendet evolutionäre Prinzipien — Anpassung, Selektion, Wettbewerb — auf Finanzmärkte an.
Kernprinzipien
Anleger sind nicht perfekt rational, aber sie lernen. Märkte sind weder dauerhaft effizient noch dauerhaft ineffizient — Arbitragemöglichkeiten entstehen und verschwinden mit dem Wettbewerb. Strategien, die in einer Marktphase funktionieren, werden durch Nachahmung arbitriert; neue Chancen entstehen durch Umweltveränderungen (Krisen, Regulierung, Technologie).
Kritik an der klassischen EMH
Die EMH kann Crashs, Blasen und anhaltende Anomalien wie den Value-Faktor nicht erklären. Die AMH dagegen erklärt: In euphorischen Phasen werden Anleger durch kurzfristige Gewinne konditioniert und verlieren Risikobewusstsein — bis ein Schock das kollektive Verhalten neu kalibriert.
Praktische Implikationen
Investmentstrategien müssen sich anpassen. Der Value-Effekt war in den 1990ern schwach, in den 2000ern stark und in den 2010er-Jahren wieder schwächer. Systematische Faktorinvestoren berücksichtigen Regime-Wechsel zunehmend.
Verwandte Begriffe
- Noise Trader Theorie
- Irrational Exuberance
- Limits to Arbitrage
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.