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Irrational Exuberance — Irrationaler Überschwang

Definition

Irrational Exuberance bezeichnet die überschwängliche, spekulativ getriebene Überbewertung von Märkten. Der Begriff wurde von Fed-Chef Alan Greenspan 1996 geprägt und von Robert Shiller als Buchtitel und Konzept wissenschaftlich ausgearbeitet.

Ursprung des Begriffs

Am 5. Dezember 1996 fragte Alan Greenspan, damaliger Fed-Vorsitzender, in einer berühmten Rede: 'How do we know when irrational exuberance has unduly escalated asset values?' Nikkei und DAX fielen am nächsten Tag deutlich. Robert Shiller machte den Begriff zum Titel seines 2000 erschienenen Buches, in dem er die Dotcom-Blase und später die Immobilienblase vorhersagte.

Merkmale irrationalen Überschwangs

Shiller definiert irrational Exuberance als Zustand, in dem Anleger aufgehört haben, fundamentale Bewertungen zu prüfen, und stattdessen in der Erwartung kaufen, dass Preise weiter steigen werden. Kurs-Gewinn-Verhältnisse (CAPE/Shiller-PE) überschreiten historische Normen extrem.

Historische Beispiele

1929 (Wall Street Crash), 2000 (Dotcom-Blase: NASDAQ über 5.000 Punkte), 2007 (US-Immobilienmarkt), 2021 (Tech-Bewertungen, SPACs, NFTs, Krypto). Shillers CAPE-Ratio ist ein bewährter Frühindikator — erreichte 2021 Werte nahe dem 1929er Niveau.

Shiller CAPE als Messkonzept

Das zyklisch bereinigte KGV (CAPE = Cyclically Adjusted P/E) mittelt Gewinne über 10 Jahre und bereinigt um Inflation. Hohe CAPE-Werte signalisieren langfristig unterdurchschnittliche künftige Renditen.

Verwandte Begriffe

  • Narrative Economics
  • Herding Behavior
  • Adaptive Market Hypothesis

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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