Noise Trader Theorie
Definition
Die Noise Trader Theorie erklärt, wie irrationale Anleger (Noise Trader) durch ihr Verhalten Kurse dauerhaft von fundamentalen Werten entfernen können — und warum rationale Arbitrageure dies nicht vollständig korrigieren.
Definition
Die Noise Trader Theorie wurde von De Long, Shleifer, Summers und Waldmann (1990) in einem einflussreichen Paper entwickelt. Sie unterscheidet zwei Anlegertypen: Informed Traders (rational, fundamentalorientiert) und Noise Trader (handeln auf Basis von Gerüchten, Stimmung, Trends statt Information).
Warum Noise Trader Märkte beeinflussen
Entgegen der klassischen Effizienzmarkttheorie kann irrationales Verhalten persistent sein: Noise Trader können durch ihre Aktivität Preise verzerren. Rationale Arbitrageure können dies nicht vollständig korrigieren, weil Arbitrage begrenzt ist — sie riskieren, gegen den Strom zu schwimmen und vorher ruiniert zu werden (vgl. Keynes: 'Der Markt kann länger irrational bleiben, als du solvent.').
Noise Trader Risk
Shleifer und Summers (1990) zeigen: Rationale Anleger tragen Noise Trader Risk — das Risiko, dass Noise Trader die Preisverzerrung noch verstärken, bevor sie korrigiert wird. Dieses Risiko begrenzt Arbitrage und erhält Ineffizienzen.
Implikationen für Märkte
Technische Analyse, Momentumstrategien und Sentiment-Trading können kurzfristig profitabel sein, weil Noise Trader Trends erzeugen. Langfristig dominieren Fundamentaldaten — aber das Timing der Konvergenz ist unbekannt.
Verwandte Begriffe
- Limits to Arbitrage
- Sentiment Analyse
- Adaptive Market Hypothesis
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.