Zentralbankbilanz – Aktiva und Passiva der EZB
Definition
Die Zentralbankbilanz zeigt, wie Zentralbanken Geld schaffen und welche Vermögenswerte (Anleihen, Gold, Devisen) sie gegen Zentralbankgeld tauschen.
Zentralbankbilanz – Aktiva und Passiva der EZB
Die Zentralbankbilanz ist das zentrale Instrument moderner Geldpolitik. Durch die Expansion oder Kontraktion ihrer Bilanz steuern Zentralbanken die Geldmenge.
Bilanzstruktur (vereinfachte EZB-Bilanz)
Aktivseite
- Wertpapiere (Anleihen, QE-Portfolio): ~5.000 Mrd. €
- Gold und Devisen: ~750 Mrd. €
- Kredite an Banken (LTRO/TLTRO): ~500 Mrd. €
Passivseite
- Banknoten im Umlauf: ~1.700 Mrd. €
- Einlagen der Geschäftsbanken (Reserven): ~3.500 Mrd. €
- Eigenkapital und Rücklagen: ~100 Mrd. €
QE = Bilanzerweiterung
Bei Quantitative Easing kauft die EZB Anleihen:
Aktiva: +Anleihen → Passiva: +Bankreserven
Bankguthaben bei der EZB steigen → Geldmenge M0 steigt.
QT = Bilanzkontraktion
Beim Quantitative Tightening (seit 2022):
Anleihen fällig → Kapital nicht reinvestiert → Bilanz schrumpft
EZB-Bilanzsumme (historisch)
| Jahr | Bilanzsumme |
|---|---|
| 2007 | 1,2 Bio. € |
| 2012 | 3,0 Bio. € (LTROs) |
| 2022 | 8,8 Bio. € (QE-Peak) |
| 2024 | ~6,5 Bio. € (nach QT) |
Bedeutung für Anleger
Steigende ZB-Bilanz → Mehr Liquidität → Tendenziell steigende Asset-Preise. Schrumpfende ZB-Bilanz → Liquiditätsentzug → Tightest finansielle Bedingungen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.
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