Geldschöpfung – Wie Banken Geld erschaffen
Definition
Geldschöpfung bezeichnet den Prozess, durch den Geschäftsbanken durch Kreditvergabe neues Giralgeld erschaffen – weit mehr als die Zentralbank in Umlauf bringt.
Geldschöpfung – Wie Banken Geld erschaffen
Geldschöpfung (engl. Money Creation) bezeichnet den Prozess, durch den neue Geldmenge in der Wirtschaft entsteht. Entgegen der verbreiteten Meinung erschaffen vor allem Geschäftsbanken Geld – nicht die Zentralbank.
Giralgeldschöpfung durch Kredite
Wenn eine Bank einen Kredit vergibt:
- Kunde beantragt 100.000 € Kredit
- Bank schreibt 100.000 € auf dem Girokonto gut
- Neues Geld ist entstanden – ohne dass andere Konten belastet wurden
Kreditvergabe → Einlagenentsteherung → Geldmengenwachstum (M1)
Mindestreservepflicht
Banken müssen einen Teil der Einlagen als Mindestreserve bei der Zentralbank halten:
- EZB: 1 % der Einlagen
- Dies begrenzt theoretisch die Geldschöpfung (Geldmultiplikator)
Geldmultiplikator = 1 / Mindestreservesatz Bei 1 %: Multiplikator = 100 (theoretisch)
Tatsächliche Beschränkungen
In der Praxis wird die Geldschöpfung nicht durch die Mindestreserve, sondern durch begrenzt:
- Eigenkapitalanforderungen (Basel III, CRR)
- Kreditnachfrage der Kunden
- Zinsniveau (hohe Zinsen → weniger Kreditnachfrage)
Quantitative Easing (QE) als direkte Zentralbank-Geldschöpfung
Bei QE kauft die Zentralbank Anleihen → zahlt mit neu geschaffenem Zentralbankgeld → Bilanzsumme der ZB steigt.
EZB-Bilanzsumme:
- 2008: ~1,5 Bio. €
- 2022 (Peak): ~8,8 Bio. €
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.