William Sharpe — CAPM
Definition
William Sharpe (geb. 1934) entwickelte das Capital Asset Pricing Model (CAPM) und die Sharpe Ratio — zwei Eckpfeiler der modernen Finanztheorie und Portfolioanalyse.
Biografie
William Forsyth Sharpe wurde 1934 in Cambridge (Massachusetts) geboren und lehrte an der Stanford Graduate School of Business. 1990 erhielt er zusammen mit Harry Markowitz und Merton Miller den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Capital Asset Pricing Model (CAPM)
Das CAPM (1964) ist ein Gleichgewichtsmodell für Wertpapierpreise. Es beschreibt, welche Rendite ein Investor für das Eingehen systematischen Risikos (Marktrisiko) erwarten kann:
Erwartete Rendite = Risikofreier Zins + Beta × Marktrisikoprämie
Beta misst die Sensitivität eines Wertpapiers gegenüber Marktbewegungen. Unsystematisches (unternehmensspezifisches) Risiko kann durch Diversifikation eliminiert werden — der Markt vergütet nur systematisches Risiko.
Sharpe Ratio
Die von Sharpe entwickelte Risikokennzahl misst die risikoadjustierte Rendite eines Portfolios:
Sharpe Ratio = (Portfolio-Rendite − risikofreier Zins) / Standardabweichung
Höhere Sharpe Ratios bedeuten bessere risikoadjustierte Performance. Sie ist der Industriestandard für Fondsvergleiche.
Auswirkung auf Investoren
Das CAPM erklärt, warum passives Investieren in den Marktindex optimal ist: Kein aktiver Manager kann dauerhaft risikobereinigt den Markt schlagen, wenn CAPM gilt. Sharpe war ein früher Verfechter von Indexfonds. Beta ist heute Standard in jeder Aktienanalyse.
Grenzen
CAPM setzt einen vollkommenen Kapitalmarkt voraus. In der Realität erklären Faktormodelle (Fama-French) mehr Renditevarianz. Dennoch bleibt CAPM das intuitive Basismodell für Renditeforderungen.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.