Volumen-Spread-Analyse (VSA)
Definition
Die Volumen-Spread-Analyse (VSA) ist eine Methode der Technischen Analyse, die die Beziehung zwischen Handelsvolumen, der Kerzenlänge (Spread) und dem Schlusskurs untersucht. Sie wurde von Tom Williams auf Basis der Wyckoff-Methode entwickelt und dient dazu, Stärke oder Schwäche im Markt frühzeitig zu erkennen.
Was ist die Volumen-Spread-Analyse?
Die VSA geht davon aus, dass professionelle Marktteilnehmer ("Smart Money") durch ihr Handeln charakteristische Abdrücke im Chart hinterlassen – erkennbar durch die Kombination von Volumen, Kerzengröße (Spread) und Schlusskursposition. Tom Williams systematisierte diese Beobachtungen in seinem Buch "Master the Markets" (2002).
Die drei Kern-Variablen
- Volumen: Gesamtzahl gehandelter Kontrakte oder Aktien in einer Kerze. Hohes Volumen bedeutet professionelle Beteiligung.
- Spread (Kerzenlänge): Differenz zwischen Hoch und Tief der Kerze. Breiter Spread = starke Bewegung.
- Schlusskurs: Position des Schlusskurses relativ zu Hoch und Tief der Kerze. Schlusskurs oben = bullisch; unten = bärisch.
Bullische VSA-Signale
- No Supply Bar: Schmale Abwärtskerze auf niedrigem Volumen – wenig Angebotsdruck, potenziell bullisch.
- Stopping Volume: Sehr hohe Volumen-Abwärtskerze gefolgt von Erholung – professionelle Absorption von Angebot.
- Test: Nach einem Hochvolumen-Event testet der Markt nochmals tiefere Kurse auf niedrigem Volumen – kein Angebot vorhanden.
Bärische VSA-Signale
- No Demand Bar: Schmale Aufwärtskerze auf niedrigem Volumen – mangelnde Nachfrage, Aufwärtsbewegung ohne Substanz.
- Upthrust: Ausbruch über Widerstand auf schwachem Volumen, der sofort zurückfällt – falscher Ausbruch.
- Effort vs. Result: Hohes Volumen ohne signifikanten Kursfortschritt – Absorption durch Institutionelle, die gegen den Trend handeln.
Anwendung für DAX-Trader
VSA funktioniert besonders gut in liquiden Märkten mit hoher institutioneller Beteiligung – also im DAX, FDAX oder bei Schwergewichten wie SAP, BASF oder Siemens. Tageskerzen und 1-Stunden-Charts sind die meistgenutzten Zeiteinheiten. VSA-Software wie TradeGuider oder VolumeSpreads visualisiert die Signale automatisch.
VSA vs. klassische Volumenanalyse
Während klassische Volumenanalyse lediglich hohes oder niedriges Volumen unterscheidet, kombiniert VSA stets alle drei Variablen in einer Gesamtbetrachtung. Das macht sie präziser – aber auch komplexer.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Anlageentscheidungen erfolgen auf eigene Verantwortung gemäß § 34 WpHG.