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Verwässertes EPS (Diluted EPS): Alle potenziellen Aktien eingerechnet

Definition

Das verwässerte EPS (Diluted EPS) berücksichtigt neben den aktuell ausstehenden Aktien auch alle potenziellen Verwässerungsquellen (Aktienoptionen, Wandelanleihen, Bezugsrechte) und zeigt das niedrigstmögliche Ergebnis je Aktie — es ist konservativer als das Basic EPS.

Verwässertes EPS: Warum die Optionen zählen

Das verwässerte EPS (Diluted EPS) ist eine konservative Variante des Gewinns je Aktie. Es fragt: Wie niedrig wäre das EPS, wenn alle ausstehenden Rechte auf neue Aktien tatsächlich ausgeübt würden? Genau das macht es zur bevorzugten Kennzahl für vorsichtige Investoren.

Warum Verwässerung wichtig ist

Viele Unternehmen gewähren Mitarbeitern Aktienoptionen (Stock Options) oder geben Wandelanleihen aus. Werden diese Instrumente in Aktien umgewandelt, steigt die Aktienzahl — der Gewinn verteilt sich auf mehr Anteile, und das EPS sinkt. Dieser Effekt heißt Verwässerung (Dilution).

Formel: Treasury-Stock-Methode

Für Aktienoptionen wird die Treasury-Stock-Methode angewandt:

  1. Angenommen, alle Optionen werden zum aktuellen Marktpreis ausgeübt
  2. Das Unternehmen kauft mit den Erlösen eigene Aktien zurück (zum Durchschnittskurs)
  3. Nur die verbleibenden 'netto neuen' Aktien erhöhen den Nenner

Formel: Diluted EPS = Nettogewinn (adj.) ÷ (Aktien ausstehend + Netto-Verwässerungsaktien)

Beispiel: Aktienoptionen

Ein Unternehmen hat 10 Mio. Aktien ausstehend und 1 Mio. Optionen mit Ausübungspreis 20 € bei einem Marktpreis von 40 €. Nach Treasury-Stock-Methode werden 0,5 Mio. Netto-Aktien hinzugefügt → Diluted Shares: 10,5 Mio. Das Diluted EPS fällt entsprechend niedriger aus als das Basic EPS.

Wandelanleihen-Verwässerung

Bei Wandelanleihen wird sowohl der Nenner (mehr Aktien) als auch der Zähler (Zinsersparnis nach Steuern) angepasst — die sogenannte 'If-Converted'-Methode. Nur wenn die Wandlung das EPS senkt, zählt sie als verwässernd.

Wann Basic EPS = Diluted EPS?

Kein Unterschied besteht, wenn das Unternehmen: (a) keine Options- oder Wandelinstrumente ausstehen hat, oder (b) alle potenziellen Aktien antidilutiv sind — d.h. ihre Ausübung würde das EPS erhöhen, nicht senken. Antidilutive Wertpapiere werden per Konvention nicht eingerechnet.

Praxis-Hinweis für Anleger

Bei Tech-Unternehmen mit hohen Mitarbeiteraktien-Programmen (RSU, ESOP) kann der Unterschied zwischen Basic und Diluted EPS erheblich sein. Wer das KGV berechnet, sollte stets das Diluted EPS verwenden — es spiegelt die reale Verwässerung wider.

Kurzum: Das verwässerte EPS ist das ehrlichere Maß der Ertragskraft je Aktie, sobald Optionen und Wandelrechte im Spiel sind.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte beachten Sie die gesetzlichen Risikohinweise gemäß § 34 WpHG.

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