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Underwriting (Emissionsübernahme)

Definition

Underwriting bezeichnet die Übernahme des Platzierungsrisikos durch eine oder mehrere Banken bei der Emission von Wertpapieren. Die Emissionsbank garantiert dem Emittenten den Erlös und verkauft die Papiere anschließend am Kapitalmarkt.

Was ist Underwriting?

Underwriting (deutsch: Emissionsübernahme) beschreibt den Prozess, bei dem eine Investmentbank oder ein Bankenkonsortium Wertpapiere eines Unternehmens oder Staates übernimmt, um sie anschließend am Kapitalmarkt zu platzieren. Die übernehmende Bank – der sogenannte Underwriter – trägt dabei das Risiko, dass die Papiere möglicherweise nicht vollständig beim Publikum untergebracht werden können.

Wie funktioniert Underwriting?

Bei einem klassischen Underwriting-Mandat verpflichtet sich die Emissionsbank, dem Emittenten einen garantierten Mindesterlös zuzusichern. Dies geschieht in zwei Hauptformen:

  • Fest-Übernahme (Firm Commitment): Die Bank kauft alle Wertpapiere zum vereinbarten Preis und trägt das gesamte Marktrisiko. Verbleibende, nicht verkaufte Positionen gehen auf das eigene Buch der Bank.
  • Best-Effort-Basis: Die Bank bemüht sich um die bestmögliche Platzierung, übernimmt aber keine Verlustgarantie. Das Absatzrisiko verbleibt beim Emittenten.

Underwriting im Investment-Banking-Kontext

Underwriting ist eine der Kernleistungen des Kapitalmarktgeschäfts (Equity Capital Markets / Debt Capital Markets). Große IPOs wie der Börsengang der Deutschen Telekom 1996 wurden durch internationale Bankenkonsortien gezeichnet – mit der Deutschen Bank und Goldman Sachs als Lead Underwriter.

Bei Anleiheemissionen spricht man von Bond Underwriting: Eine Regierung oder ein Konzern begibt Schuldtitel, die vom Konsortium zunächst zum Emissionspreis übernommen und dann am Sekundärmarkt verteilt werden.

Gebührenstruktur

Underwriter verdienen eine Gross Spread genannte Vergütung, die typischerweise 3–7 % des Emissionsvolumens beträgt. Sie setzt sich zusammen aus:

  • Management Fee (für Koordination)
  • Underwriting Fee (für das Übernahmerisiko)
  • Selling Concession (für die eigentliche Platzierung)

Risiken und Regulierung

Das Underwriting-Risiko war in der Finanzkrise 2008 ein zentrales Thema: Banken hatten Mortgage-Backed Securities underwritten und konnten diese nicht mehr platzieren. In Deutschland unterliegt das Emissionsgeschäft der BaFin-Aufsicht sowie den Prospektpflichten nach der EU-Prospektverordnung.

Praxisbeispiel

Beim Volkswagen-Börsengang von Porsche AG (2022) bildete ein internationales Konsortium unter Führung von Goldman Sachs, JPMorgan und BofA die Underwriting-Gruppe. Das Konsortium sicherte VW einen Mindesterlös und übernahm das Risiko der Erstzeichnungsphase.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. § 34 WpHG.

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