Turn-of-the-Month-Effekt
Definition
Der Turn-of-the-Month-Effekt beschreibt die empirisch belegte Tendenz, dass Aktienmärkte um den Monatswechsel (letzter/erster Handelstag) überdurchschnittliche Renditen erzielen.
Turn-of-the-Month-Effekt
Was ist der TOM-Effekt?
Aktien tendieren dazu, um den Monatswechsel stärker zu steigen als in der Monatsmitte. Lakonishok/Smidt (1988) dokumentierten, dass die vier Handelstage um den Monatswechsel (letzter + erste drei Tage) ~0,5 % Rendite bringen — obwohl sie nur 4/22 der Handelstage ausmachen.
Statistik (S&P 500, 1950–2023)
| Zeitfenster | Tage | Ø Rendite | Rendite/Tag |
|---|---|---|---|
| Turn-of-Month (T−1 bis T+3) | 4 | +0,47 % | +0,12 % |
| Rest des Monats | ~18 | +0,26 % | +0,01 % |
| Vollständiger Monat | 22 | +0,73 % | +0,03 % |
→ ~64 % der monatlichen Rendite entfällt auf nur 18 % der Handelstage
Mögliche Ursachen
- Lohnzahlungen: Gehalts- und Sparplan-Einzahlungen zu Monatsbeginn → Kapital fließt in Aktienfonds
- Institutionelle Reinvestition: Dividenden und Coupon-Zahlungen werden zu Monatsbeginn reinvestiert
- Futures-Rollover: Index-Futures werden rolliert → kurzzeitige Nachfrage
- Psychologischer Neubeginn: Frischer Monat = frisches Kapital-Commitment
Persistenz über Jahrzehnte
Der TOM-Effekt ist einer der robustesten saisonalen Effekte:
- Repliziert in USA, Deutschland, Japan, Großbritannien
- Statistisch signifikant in fast jedem Jahrzehnt seit 1950
Praktische Nutzbarkeit
| Ansatz | Beschreibung |
|---|---|
| Timing der Sparrate | ETF-Sparplan am 1.–3. des Monats oder am Monatsletzten |
| Swing-Trading | Long-Einstieg T−1, Exit T+3 |
| Transaktionskosten | Bei Neo-Brokern (0 EUR): TOM-Timing kann sich lohnen |
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.
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