Thesaurierung (Gewinnthesaurierung)
Definition
Thesaurierung bezeichnet die Einbehaltung von Erträgen (Dividenden, Zinsen, Kursgewinne) innerhalb eines Fonds oder Unternehmens, anstatt sie auszuschütten. Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge automatisch und nutzen den Zinseszinseffekt.
Was ist Thesaurierung?
Thesaurierung (von griechisch: thesauros = Schatz) bezeichnet die Einbehaltung von Erträgen — sie werden nicht ausgeschüttet, sondern im Fonds oder Unternehmen reinvestiert.
Thesaurierend vs. Ausschüttend bei ETFs
| Thesaurierend | Ausschüttend | |
|---|---|---|
| Erträge | Automatisch reinvestiert | Als Dividende ausgezahlt |
| Zinseszins | Maximal | Nur wenn manuell reinvestiert |
| Steuer | Vorabpauschale jährlich | Abgeltungsteuer bei Ausschüttung |
| Aufwand | Weniger | Mehr (manuelle Reinvestition) |
Steuerliche Besonderheiten (Vorabpauschale)
Seit 2018 müssen Anleger thesaurierende Fonds jährlich versteuern — auch ohne tatsächliche Ausschüttung:
Vorabpauschale = Basisertrag × Teilfreistellung × Fondswert
Die Vorabpauschale ist eine "Mindestbesteuerung" und wird mit späteren Gewinnen beim Verkauf verrechnet (keine Doppelbesteuerung).
Wann ist thesaurierend besser?
- Lange Anlagezeiträume (30+ Jahre): Maximaler Zinseszins-Effekt
- Niedrigerer Steuersatz auf Vorabpauschale vs. Abgeltungsteuer möglich
- Weniger Verwaltungsaufwand (kein manuelles Reinvestieren)
Unternehmensthesaurierung
Auch Unternehmen können Gewinne thesaurieren (nicht ausschütten) und in Wachstum reinvestieren. Berkshire Hathaway thesauriert seit Jahrzehnten — Warren Buffett zahlt keine Dividende.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.