Terminmarkt: Handeln mit zukünftiger Erfüllung
Definition
Der Terminmarkt umfasst alle Handelsgeschäfte, bei denen Preis und Menge heute vereinbart werden, die Lieferung und Zahlung jedoch zu einem zukünftigen Zeitpunkt erfolgt — er umfasst standardisierte Futures und Optionen an Terminbörsen sowie individuelle Forwards im OTC-Bereich.
Was ist der Terminmarkt?
Auf dem Terminmarkt (englisch: Derivatives Market oder Futures Market) werden Kontrakte gehandelt, bei denen der Preis heute fixiert wird, die Erfüllung — also Lieferung und Zahlung — jedoch zu einem fest definierten zukünftigen Zeitpunkt stattfindet. Dies unterscheidet ihn fundamental vom Kassamarkt, wo Geschäfte nahezu sofort abgewickelt werden.
Terminmarkt vs. Kassamarkt
| Kriterium | Terminmarkt | Kassamarkt |
|---|---|---|
| Erfüllung | Zukünftig (Wochen bis Jahre) | T+2 (nahezu sofort) |
| Standardisierung | Hoch (Futures/Optionen) oder individuell (Forwards) | Standardisiert |
| Handelsort | Terminbörse oder OTC | Börslicher oder OTC-Handel |
| Hauptzweck | Absicherung, Spekulation, Arbitrage | Direkter Erwerb |
Absicherungsfunktion (Hedging)
Die wichtigste wirtschaftliche Funktion des Terminmarkts ist die Risikoabsicherung. Ein DAX-Portfoliomanager, der Kursrückgänge befürchtet, kann DAX-Futures verkaufen (Short Hedge). Verluste im Aktienportfolio werden dann durch Gewinne auf der Terminmarktposition kompensiert. Exportierende Unternehmen sichern Fremdwährungsrisiken über Devisentermingeschäfte ab.
Spekulation und Hebelwirkung
Der Terminmarkt ermöglicht durch die Hebelwirkung überproportionale Gewinn- und Verlustchancen. Da bei Futures oft nur eine Sicherheitsleistung (Margin) von 5–15 % des Kontraktwerts hinterlegt werden muss, können Anleger mit vergleichsweise kleinem Kapitaleinsatz große Positionen eingehen. Dies erhöht jedoch auch das Verlustrisiko erheblich.
Wichtigste Terminbörsen
- EUREX (Frankfurt): Größte europäische Terminbörse, Handel mit DAX-Futures, Euro-STOXX-Futures, Zinsderivaten (Bund-Future)
- CME Group (Chicago): Weltgrößte Terminbörse, Rohstoffe, Zinsen, FX, Aktienindizes (S&P 500 E-mini)
- CBOT (Chicago Board of Trade, Teil der CME Group): Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais, Soja
- ICE (Intercontinental Exchange): Energie (Brent-Öl, Erdgas), Finanzderivate
Preisbildung: Die Basis
Der Terminkurs ergibt sich aus dem Spotpreis plus den Haltekosten (Cost of Carry): Finanzierungskosten minus Erträge (Dividenden, Kupons). Die Differenz zwischen Spot- und Terminkurs heißt Basis. Sie konvergiert gegen null, je näher das Fälligkeitsdatum rückt (Basis Convergence).
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Derivate sind komplexe Instrumente mit erheblichem Verlustrisiko. (§ 34 WpHG)