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Forward: Individueller OTC-Terminkontrakt

Definition

Ein Forward ist ein individuell vereinbarter OTC-Terminkontrakt zwischen zwei Parteien über den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis an einem zukünftigen Datum -- im Gegensatz zum standardisierten Future ist er nicht börsengehandelt und nicht täglich abgerechnet.

Forward: Individueller OTC-Terminkontrakt

Ein Forward (auch: Forward-Kontrakt) ist ein bilateral ausgehandelter Terminkontrakt, der ausserhalb der Börse (Over-the-Counter, OTC) zwischen zwei Parteien geschlossen wird. Die Parteien verpflichten sich, einen bestimmten Basiswert -- Devisen, Rohstoffe, Zinssätze oder Aktien -- zu einem heute festgelegten Preis (Forward-Preis) an einem kuenftigen Datum zu kaufen oder zu verkaufen.

Forward vs. Future: Die wichtigsten Unterschiede

Forwards und Futures verfolgen dasselbe Ziel, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Struktur:

Standardisierung: Futures sind standardisierte Kontrakte mit festen Laufzeiten, Kontraktgrößen und Lieferbedingungen. Forwards sind individuell zwischen den Parteien verhandelbar -- massgeschneidert für den konkreten Absicherungsbedarf.

Handelsstatus: Futures werden an Terminbörsen (z. B. Eurex, CME) gehandelt. Forwards sind OTC-Geschäfte ohne zentrale Gegenpartei.

Tägliche Abrechnung (Mark-to-Market): Bei Futures werden Gewinne und Verluste täglich über ein Margin-Konto verrechnet. Forwards werden erst am Fälligkeitstag abgerechnet -- es gibt keine täglich schwankenden Cash-Flows während der Laufzeit.

Kontrahentenrisiko: Da Forwards kein zentrales Clearing haben, trägt jede Partei das Risiko, dass die Gegenpartei ausfällt (Ausfallrisiko). Bei Futures übernimmt die Clearingstelle dieses Risiko.

Anwendungsfelder: FX-Absicherung als Praxisbeispiel

Das klassische Einsatzgebiet von Forwards ist die Absicherung von Währungsrisiken (Devisentermingeschäfte). Ein deutsches Exportunternehmen, das in drei Monaten 1 Million US-Dollar erhält, kann heute einen EUR/USD-Forward abschliessen: Es vereinbart, die Dollars in drei Monaten zum heutigen Terminkurs (z. B. 1,08 USD/EUR) in Euro zu tauschen. So ist der Erlös unabhängig von kuenftigen Wechselkursschwankungen gesichert.

Praxisbeispiel Devisenforward

Ausgangslage: EUR/USD-Kassakurs 1,08, 3-Monats-Forward 1,075 (Forward-Abschlag aufgrund von Zinsdifferenzen). Ein Importeur muss in drei Monaten 500.000 USD zahlen. Er kauft einen USD-Forward zu 1,075 -- sein Euroaufwand ist auf rund 465.000 Euro fixiert, unabhängig davon, wie sich der Dollar entwickelt.

Kontrahentenrisiko beachten

Da Forwards bilateral geschlossen werden, hängt die Sicherheit des Kontrakts von der Bonitat der Gegenpartei ab. Unternehmen sichern sich typischerweise über Banken ab, die ihr eigenes Ausfallrisiko managen. In der Praxis sind Forwards im Interbankenmarkt und zwischen Corporates und Banken weit verbreitet.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Termingeschäfte beinhalten erhebliche Risiken. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater.

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