Technische Handelsregeln – Regelbasiertes Trading
Definition
Technische Handelsregeln (Technical Trading Rules) sind explizite, regelbasierte Anlagestrategien, die ausschließlich auf historischen Kurs- und Volumendaten basieren. Sie formalisieren chartechnische Muster in quantifizierbare Kauf- und Verkaufssignale.
Was sind technische Handelsregeln?
Technische Handelsregeln übersetzen die intuitiven Beobachtungen der Charttechnik in mathematisch präzise Entscheidungsregeln. Anstatt ein Chart-Muster subjektiv zu interpretieren, definiert der Trader eine exakt wiederholbare Regel, die backtested und optimiert werden kann.
Kategorien technischer Handelsregeln
Filter-Regeln (Filter Rules) Kauf, wenn der Kurs um X% über dem letzten Tief steigt; Verkauf, wenn er um Y% unter das letzte Hoch fällt. Eine der ältesten und meistgetesteten Regelkategorien.
Moving Average Regeln Kauf-Signal wenn kurzfristiger MA den langfristigen MA von unten kreuzt (Golden Cross). Verbreitetste Klasse technischer Regeln.
Channel Breakout Regeln Kauf wenn Preis neues n-Perioden-Hoch erreicht; Verkauf bei n-Perioden-Tief. Grundlage des Turtle-Trading-Systems.
Momentum-Regeln Kauf der n stärksten Aktien; Verkauf der n schwächsten (auf Basis vergangener Renditen). Basis des systematischen Momentum Faktor-Investierens.
Empirische Evidenz
Akademische Studien (Brock, Lakonishok, LeBaron 1992; Sullivan, Timmermann, White 1999) fanden signifikante Überrenditen für bestimmte technische Regeln, besonders in früheren Zeitperioden. Spätere Studien zeigen schwächere Ergebnisse, was auf zunehmende Markteffizient oder Overfitting hinöwedeutet.
Wichtige Hinweise
Jede technische Handelsregel sollte mit realistischen Transaktionskosten, Out-of-Sample-Tests und Vergleich gegen eine Buy-and-Hold-Benchmark evaluiert werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gem. §34 WpHG.