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Take-Profit Order: Gewinne automatisch sichern

Definition

Eine Take-Profit Order ist ein Verkaufsauftrag, der automatisch ausgeführt wird, sobald der Kurs eines Wertpapiers ein vorher festgelegtes Kursziel (Gewinnziel) erreicht — sie sichert Gewinne ohne ständige Marktbeobachtung.

Take-Profit Order: Automatisch Kasse machen

Wer eine Position eingeht, hat meistens ein Kursziel im Kopf. Die Take-Profit Order macht dieses Ziel verbindlich: Sobald der Kurs den definierten Gewinnpunkt erreicht, wird die Position automatisch geschlossen — ohne dass der Anleger am Bildschirm sitzen muss.

Wie funktioniert eine Take-Profit Order?

Der Anleger legt beim Kauf (oder nachträglich) einen Zielkurs fest. Erreicht der Kurs diesen Wert, wird automatisch eine Market Order oder Limit Order zum Verkauf ausgelöst. Die Position ist geschlossen, der Gewinn realisiert.

Beispielrechnung: Kauf von 200 Siemens-Aktien zu 175,00 €. Take-Profit bei 200,00 € (+ 14,3 %). Gesamtgewinn bei Auslösung: 200 Aktien × 25 € = 5.000 € (vor Steuern und Gebühren).

Kombination mit Stop-Loss: Die OCO-Order

In der Praxis wird die Take-Profit Order häufig mit einem Stop-Loss zu einer OCO-Order (One-Cancels-the-Other) kombiniert. Dabei werden beide Orders gleichzeitig platziert:

  • Stop-Loss bei 165,00 € (Verlustbegrenzung: −5,7 %)
  • Take-Profit bei 200,00 € (Gewinnziel: +14,3 %)

Wird eine der beiden Orders ausgeführt, wird die andere automatisch storniert. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt in diesem Beispiel 2,5:1 — ein klassisches Setup für regelbasiertes Trading.

Psychologischer Nutzen

Ohne Take-Profit neigen viele Anleger dazu, Gewinne zu früh mitzunehmen (aus Angst vor Verlust) oder zu spät (aus Gier, noch mehr herauszuholen). Die Take-Profit Order entscheidet regelbasiert und emotionslos. Studien zur Verhaltensökonomie zeigen: Anleger mit vordefinierten Ausstiegspunkten erzielen im Schnitt bessere Ergebnisse als solche, die ad hoc entscheiden.

Wann ist eine Take-Profit Order sinnvoll?

  • Bei technischen Widerstandszonen (Charttechnik)
  • Vor wichtigen Terminen (Earnings, EZB-Sitzungen, Indexanpassungen)
  • Bei Teilgewinnmitnahmen (z.B. 50 % der Position bei Ziel 1, Rest bei Ziel 2)
  • Wenn man nicht täglich den Markt beobachten kann

Grenzen der Take-Profit Order

Wird der Zielkurs nur kurz berührt und dreht der Kurs sofort um, ist die Position geschlossen — auch wenn der Trend weiter oben führen würde. Hier ist der Trailing Stop die flexiblere Alternative, da er den Ausstieg dynamisch anpasst.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor keine Positionen in den genannten Wertpapieren hält.

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