SRI (Socially Responsible Investing)
Definition
SRI (Socially Responsible Investing) bezeichnet eine Anlagestrategie, die finanzielle Rendite mit ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien verbindet. Anleger schließen dabei gezielt Unternehmen oder Branchen aus, die gegen ihre Wertvorstellungen verstoßen.
Was ist SRI (Socially Responsible Investing)?
SRI steht für „Socially Responsible Investing" und beschreibt einen Investmentansatz, bei dem neben der finanziellen Rendite auch ethische, soziale und ökologische Gesichtspunkte in die Anlageentscheidung einfließen. Der Begriff wird häufig synonym mit „ethischem Investieren" oder „nachhaltigem Investieren" verwendet, obwohl es wichtige Nuancen gibt.
Historische Wurzeln
Der Ursprung von SRI reicht bis in die 1960er- und 1970er-Jahre zurück, als religiöse Organisationen und gesellschaftliche Bewegungen begannen, ihr Kapital nicht in Rüstungsunternehmen, Tabakkonzernen oder Unternehmen zu investieren, die mit dem Apartheidregime in Südafrika kooperierten. Seitdem hat sich der Ansatz erheblich weiterentwickelt.
Ausschluss- vs. ESG-Ansatz
SRI-Fonds arbeiten typischerweise mit Negativscreenings (Ausschlusslisten). Gängige Ausschlusskriterien umfassen:
- Waffen und Rüstung (insbesondere Streumunition, Antipersonenminen)
- Tabak und Alkohol
- Glücksspiel
- Fossile Energieträger (Kohle, Ölsand)
- Pornografie
Im Unterschied dazu arbeiten ESG-Fonds (Environmental, Social, Governance) mit einem Positivscreening: Sie bevorzugen Unternehmen mit hohen ESG-Bewertungen, ohne zwingend ganze Branchen auszuschließen.
EU-Regulierungsrahmen
Die Europäische Union hat mit der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) und der EU-Taxonomie einen verbindlichen Rahmen für nachhaltige Investments geschaffen. SRI-Fonds werden je nach Ausgestaltung als Artikel-8-Fonds (die ökologische und soziale Merkmale berücksichtigen) oder Artikel-9-Fonds (mit explizit nachhaltigem Anlageziel) klassifiziert.
Praktische Auswirkungen für Anleger
- Eingeschränktes Universum: Durch Ausschlüsse kann das investierbare Universum kleiner werden, was die Diversifikation begrenzt.
- Tracking Error: SRI-ETFs weichen oft stärker vom klassischen Index (z. B. MSCI World) ab als Standard-ETFs.
- Performance: Studien zeigen, dass SRI-Strategien über längere Zeiträume vergleichbare oder leicht bessere Renditen als konventionelle Ansätze erzielen können — eine Garantie gibt es jedoch nicht.
- Kosten: SRI-ETFs sind in der Regel etwas teurer (TER ca. 0,20–0,45 %) als Standard-ETFs, die Lücke hat sich aber deutlich verringert.
Greenwashing-Risiko
Anleger sollten darauf achten, dass SRI-Kennzeichnungen nicht standardisiert sind. Ein kritischer Blick auf die tatsächlichen Ausschlusslisten und die Portfoliozusammensetzung ist empfehlenswert.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater (§ 34 WpHG).