Schwarzer Montag -- Börsenkrach Oktober 1987
Definition
Am Schwarzen Montag, dem 19. Oktober 1987, verlor der Dow Jones Industrial Average 22,6 % -- der größte Tagesverlust in der Geschichte des Index und Ausgangspunkt moderner Risikomanagement-Systeme.
Der größte Tagesverlust der Geschichte
Montag, der 19. Oktober 1987 gilt als der dunkelste Tag der Börsengeschichte. Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor an einem einzigen Handelstag 508 Punkte -- das entspricht 22,6 % und übersteigt selbst den prozentualen Verlust am Schwarzen Donnerstag 1929 (12,8 %).
Ursachen
Die Ursachen sind bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Debatte. Mehrere Faktoren wirkten zusammen: Handelsbilanzdefizite der USA und Zinserhöhungserwartungen, Überbewertungen nach fünf Jahren Hausse (der DJIA hatte sich 1987 beinahe verdoppelt), computergestützte Handelsstrategien (Program Trading), insbesondere Portfolio Insurance-Strategien, die automatisch Verkaufsaufträge auslösten, als die Kurse sanken, und somit die Abwärtsspirale verstärkten.
Globale Ausbreitung
Der Crash war international: Hongkong -45,8 % (Oktober gesamt), Australien -41,8 %, Kanada -22,5 %, Großbritannien -26,4 %. In Deutschland verlor der DAX-Vorläufer FAZ-Index im Oktober 1987 rund 35 %.
Die Fed greift ein
Fed-Chef Alan Greenspan, erst am 11. August 1987 im Amt, reagierte entschlossen: Die Fed pumpte Liquidität in den Markt und signalisierte, als Kreditgeber letzter Instanz bereitzustehen. Das beruhigte die Märkte. Bereits Ende 1987 hatte der DJIA die Hälfte der Verluste aufgeholt.
Langfristige Folgen
Der Schwarze Montag revolutionierte das Risikomanagement: Circuit Breakers (Handelsunterbrechungen bei definierten Kursverlusten) wurden an allen großen Börsen eingeführt. Die Koordination zwischen Notenbanken weltweit wurde verbessert. Das Ereignis prägte das Konzept des "Greenspan Put" -- die Erwartung, dass die Fed bei Marktturbulenzen stützend eingreift.
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