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Rule of 40 (SaaS-Kennzahl)

Definition

Die Rule of 40 ist eine Daumenregel zur Bewertung von SaaS-Unternehmen: Die Summe aus Umsatzwachstumsrate und operativer Marge (oder Free-Cashflow-Marge) sollte mindestens 40 Prozent ergeben. Sie balanciert Wachstum und Profitabilität in einer einzigen Zahl.

Was ist die Rule of 40?

Die Rule of 40 ist eine in der Venture-Capital- und Technologiebranche weit verbreitete Bewertungsregel für Software-as-a-Service (SaaS) Unternehmen. Sie besagt: Die Summe aus der Umsatzwachstumsrate und der operativen Marge (oder alternativ der Free-Cashflow-Marge) soll mindestens 40 Prozent betragen.

Formel

Rule of 40 Score = Umsatzwachstum (%) + operative Marge (%)

Alternativ wird die Free-Cashflow-Marge anstelle der operativen Marge verwendet:

Rule of 40 Score = ARR-Wachstum (%) + FCF-Marge (%)

Ein Score ≥ 40 gilt als gesund. Werte > 60 kennzeichnen Top-Quartil-Unternehmen.

Rechenbeispiele

Beispiel 1 – Wachstumsfokus: Umsatzwachstum: 60 %, operative Marge: −15 % → Rule of 40 Score: 45 ✓ (gesund, obwohl unprofitabel)

Beispiel 2 – Profitabilitätsfokus: Umsatzwachstum: 10 %, operative Marge: +35 % → Rule of 40 Score: 45 ✓ (gleicher Score, anderer Pfad)

Beispiel 3 – Unzureichend: Umsatzwachstum: 20 %, operative Marge: −5 % → Rule of 40 Score: 15 ✗ (weder schnell wachsend noch profitabel)

Warum ist diese Kennzahl relevant?

Wachstum und Profitabilität stehen im SaaS-Modell naturgemäß in Spannung: Investitionen in Vertrieb und Marketing beschleunigen Wachstum, drücken aber die Marge. Die Rule of 40 erlaubt es, beide Dimensionen in einer Zahl zu aggregieren und verschiedene Unternehmensphasen vergleichbar zu machen.

In Niedrigzinsphasen bewerten Investoren hohes Wachstum mit negativer Marge oft höher; in Hochzinsphasen (wie 2022–2024) verschiebt sich die Präferenz in Richtung Profitabilität — das Gesamtniveau von 40 bleibt aber der Referenzpunkt.

Grenzen der Rule of 40

  1. Keine absolute Wahrheit: Ein 40er-Score aus 0 % Wachstum + 40 % Marge hat wenig mit einem 40er-Score aus 80 % Wachstum − 40 % Marge gemeinsam
  2. Margendefinition variiert: EBITDA-Marge, operative Marge oder FCF-Marge liefern unterschiedliche Ergebnisse
  3. Non-GAAP-Basis: Oft wird mit bereinigten Margen gerechnet, die SBC und Restrukturierung ausblenden
  4. Skalierungsartefakte: Bei sehr kleinem Umsatz (< 10 Mio. Euro ARR) ist die Wachstumsrate leicht hoch — die Regel verliert an Aussagekraft
  5. Keine Cashflow-Qualität: Hohe Margen können durch aggressive Bilanzierung entstehen

Praktische Anwendung

Analysten nutzen die Rule of 40 bei der Peer-Group-Bewertung von SaaS-Unternehmen (z.B. Salesforce, ServiceNow, Workday) und als Screening-Kriterium in SaaS-ETFs. In Investorenpräsentationen ist sie häufig Bestandteil der Equity Story.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. § 34 WpHG: Keine Haftung für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

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