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Adjusted EBITDA

Definition

Das Adjusted EBITDA ist eine bereinigte Variante des EBITDA, bei der einmalige oder nicht-operative Posten herausgerechnet werden. Unternehmen nutzen diese Kennzahl, um die operative Ertragskraft ohne Sondereffekte darzustellen.

Was ist das Adjusted EBITDA?

Das Adjusted EBITDA (bereinigtes EBITDA) baut auf dem klassischen EBITDA auf — Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization — und bereinigt diesen zusätzlich um außerordentliche oder einmalige Aufwandspositionen. Ziel ist es, die nachhaltige operative Ertragskraft eines Unternehmens ohne Verzerrungen durch Sondereffekte abzubilden.

Formel

Adjusted EBITDA = EBITDA + Restrukturierungskosten + Abfindungen / M&A-Kosten + aktienbasierte Vergütung (SBC) – einmalige Erträge +/- weitere Bereinigungen

Die genauen Bereinigungsposten legt jedes Unternehmen selbst fest — eine einheitliche Definition existiert nicht.

Typische Bereinigungsposten

  • Restrukturierungskosten: Stellenabbau, Standortschließungen
  • M&A-Kosten: Transaktionsgebühren, Integrationsaufwand
  • Aktienbasierte Vergütung (SBC): Mitarbeiteroptionen und -aktien
  • Abschreibungen auf Akquisitionen: Kundenstamm, Markenrechte, Software
  • Rechtsstreitigkeiten: einmalige Vergleiche oder Bußgelder

Praxisbeispiel

Ein Softwareunternehmen erzielt ein EBITDA von 80 Mio. Euro. Hinzugerechnet werden 12 Mio. Euro SBC und 8 Mio. Euro Restrukturierungskosten im Zuge einer Übernahme. Das Adjusted EBITDA beträgt damit 100 Mio. Euro — 25 % höher als das ausgewiesene EBITDA.

Kritische Einordnung

Das Adjusted EBITDA ist eine Non-GAAP-Kennzahl ohne gesetzliche Regulierung. Analysten bezeichnen es mitunter als "fantasy EBITDA", weil Unternehmen mit kreativen Bereinigungen das Ergebnis systematisch schönrechnen können. Besonders aktienbasierte Vergütung ist ein echter Aufwand — das Herausrechnen verzerrt das tatsächliche Kostenbild erheblich.

Investoren sollten stets prüfen:

  1. Welche Posten werden konkret bereinigt?
  2. Sind diese Kosten wirklich einmalig oder wiederkehrend?
  3. Wie weit weicht das Adjusted EBITDA vom GAAP-Ergebnis ab?

Relevanz für Investoren

Trotz aller Kritik ist das Adjusted EBITDA in der Unternehmensbewertung (EV/EBITDA-Multiple) weit verbreitet, da es Branchen- und Ländervergleiche vereinfacht. Im Private-Equity-Umfeld gilt es als Standardgröße zur Kaufpreisfindung.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. § 34 WpHG: Keine Haftung für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

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