Rürup-Rente (Basisrente): Steuervorteile für Selbstständige
Definition
Die Rürup-Rente (Basisrente) ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler — Beiträge sind bis zu einem jährlichen Höchstbetrag (2024: 27.566 Euro) als Sonderausgaben steuerlich absetzbar, dafür wird die spätere Rente besteuert.
Was ist die Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente genannt, wurde 2005 vom Ökonomen Bert Rürup eingeführt. Sie richtet sich primär an Selbstständige und Freiberufler, die keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung haben und daher auch nicht von der Riester-Rente profitieren können. Auch Arbeitnehmer und Beamte mit hohem Einkommen können profitieren.
Steuerliche Absetzbarkeit
Das Herzstück der Rürup-Rente ist ihre steuerliche Förderung. Im Jahr 2024 können 100 % der eingezahlten Beiträge bis zum Höchstbetrag von 27.566 Euro (Verheiratete: 55.132 Euro) als Sonderausgaben abgesetzt werden. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % bedeutet das eine Steuerersparnis von bis zu 11.578 Euro jährlich — ein erheblicher Vorteil gegenüber nicht geförderten Anlageformen.
Die Rentenleistungen werden im Alter nachgelagert besteuert: Wer 2024 in Rente geht, versteuert 84 % der Leistungen; bis 2040 steigt dieser Anteil auf 100 %.
Vergleich: Rürup vs. Riester
| Merkmal | Rürup-Rente | Riester-Rente |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Selbstständige, Freiberufler, hohe Einkommen | Arbeitnehmer, Beamte |
| Förderung | Steuerersparnis via Sonderausgaben | Zulagen + Steuerersparnis |
| Max. Absetzbarkeit 2024 | 27.566 Euro/Jahr | 2.100 Euro/Jahr |
| Flexibilität | Gering | Mittel |
| Auszahlung | Nur als lebenslange Rente | Teilauszahlung möglich |
Fondsgebundene Basisrente (ETF-Rürup)
Moderne Anbieter ermöglichen eine fondsgebundene Basisrente, bei der die Beiträge in ETFs oder Investmentfonds investiert werden. Diese Variante verbindet den Steuervorteil der Rürup-Rente mit den Renditechancen des Kapitalmarkts — und kann langfristig deutlich mehr Vermögen aufbauen als klassische Rentenversicherungen mit garantierten, aber niedrigen Zinsen.
Flexibilität und Einschränkungen
Die Rürup-Rente bietet wenig Flexibilität: Eine Auszahlung vor dem 62. Lebensjahr ist gesetzlich ausgeschlossen. Das Kapital kann nicht vererbt, beliehen oder übertragen werden (außer an Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder unter bestimmten Bedingungen). Dieser fehlende Zugriff ist der Hauptkritikpunkt.
Beitragspausen und -änderungen sind hingegen möglich — viele Anbieter erlauben auch die komplette Beitragsfreistellung.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente lohnt sich besonders für Selbstständige mit hohem zu versteuernden Einkommen (ab ca. 40.000 Euro/Jahr), die ihren Spitzensteuersatz senken wollen. Wer im Rentenalter voraussichtlich einen deutlich niedrigeren Steuersatz hat, profitiert doppelt vom Steuerstundungseffekt.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Steuerberater für Ihre persönliche Situation.